Die Grand Slams 2026 sind gespielt. Drei Spieler dürfen sich seit diesem Jahr Grand Slam-Champion nennen. In Paris und New York wurde deutsche Tennisgeschichte geschrieben, ein Teenage-Dream wurde in der französischen Hauptstadt zur Realität und eine tschechische Hoffnungsträgerin konnte auf dem heiligen Rasen von Wimbledon triumphieren.
Eine Übersicht der Sieger, Finalisten und Ergebnisse der Grand Slams 2026:
Melbourne, Australian Open
Der erste Grand Slam des Jahres: Die Australian Open. Im Herren-Einzel besiegte Carlos Alcaraz den Rekordsieger Novak Djokovic. Insgesamt gewann der Serbe zehn seiner 24 Grand Slam-Titel in Melbourne. In drei Sätzen verhinderte Alcaraz den elften Titel für Djokovic mit 2:6, 6:2, 6:3 und 7:5. Mit dem Triumph in der Rod Laver Arena komplettierte der Spanier als jüngster Spieler der Open Era den Karriere-Grand Slam. Insgesamt ist der 23-Jährige siebenfacher Grand Slam-Champion. Bei den French Open, in Wimbledon und bei den US Open sicherte er sich jeweils zwei Titel.
Im Finale der Damen trafen Aryna Sabalenka und Elena Rybakina aufeinander. Beide Spielerinnen trafen bereits im Endspiel der Australian Open 2023 aufeinander. 2023 gewann Sabalenka, 2026 siegte Rybakina. Die Kasachin sicherte sich ihren zweiten Grand Slam-Titel in drei Sätzen mit 6.4, 4:6 und 6:4. Ihren ersten Titel gewann Rybakina 2022 in Wimbledon.
Paris, Roland Garros
Für den deutschen Tennis-Sport war das Finale der Herren bei den French Open ein Tag für die Geschichtsbücher. Lange Zeit galt die erfolgreiche Karriere von der deutschen Nummer eins, Alexander Zverev, als unvollendet. Auf der roten Asche in Paris triumphierte er dann als erster deutscher Grand Slam-Sieger im Herreneinzel seit Boris Becker im Jahr 1996 bei den Australian Open. In fünf Sätzen setzte er sich mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 und 6:1 auf dem Court Philippe-Chatrier gegen den Italiener Flavio Cobolli durch.
Im Finale der Damen erfüllte sich Mirra Andreeva ihren Teenage-Dream vom ersten Grand Slam-Sieg. Mit 19 Jahren gewann sie im Finale gegen die Polin Maja Chwalinska in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:2 und wurde zur jüngsten Roland Garros-Siegerin seit Monica Seles im Jahr 1992.
Auch Chwalinska schrieb mit dem Einzug ins Finale Geschichte. Die 25-Jährige (zum Zeitpunkt des Finals 24) kämpfte sich über die Qualifikation bis ins Endspiel. Ihre Paris-Reise startete sie auf Rang 114 der Weltrangliste. Seit Emma Raducanu im Jahr 2021 war sie erst die zweite Qualifikantin der Open Era, die in einem Grand Slam-Finale stand. Nach ihrem Paris-Lauf stand sie auf Rang 21. (aktuell Rang 22). Andreeva steht nach der Final-Teilnahme in Peking auf Rang drei der Weltrangliste und qualifizierte sich in diesem Jahr erstmals für die WTA-Finals.
Wimbledon
Im All England Club stand Alexander Zverev in seinem zweiten Grand Slam-Finale der Saison 2026. Im Endspiel musste er sich jedoch dem Weltranglistenersten Jannik Sinner in vier Sätzen geschlagen geben. Mit 6:7, 7:6, 6:3 und 6:4 verteidigte Sinner erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. Insgesamt ist der Süd-Tiroler fünffacher Grand Slam-Champion. Zum Karriere-Grand-Slam fehlt ihm nur noch der Sieg bei den French Open.
Das Match im Finale an der Church Road war das letzte der Saison für Sinner, der kürzlich die laufende Saison wegen einer Knieverletzung als beendet erklärte. Mit dem verfrühten Saison-Ende der aktuellen Nummer eins, wird Zverev ihn in den nächsten Wochen an der Spitze der Weltrangliste ablösen. Damit wird er die erste deutsche Nummer eins im Herrentennis seit Boris Becker sein.
Bei den Damen gab es in diesem Jahr ein rein tschechisches Finale: Linda Noskova gegen Karolina Muchova. In drei Sätzen gewann Noskova mit 6:2, 5:7 und 6:3. Auf dem Centre Court in Wimbledon gewann die 21-Jährige das tschechische Duell und somit ihren ersten Grand Slam-Titel. Mit diesem Triumph wurde sie zur jüngsten Wimbledon-Siegerin im Dameneinzel seit der Tschechin Petra Kvitova im Jahr 2011.
Noskova spielte eine erfolgreiche Rasensaison. Kurz vor ihrem Wimbledon-Triumph gewann sie das 500-Turnier in Berlin sowohl im Einzel, als auch im Doppel. Im Finale hatte sie die US-Amerikanerin Jessica Pegula in drei Sätzen geschlagen. Aktuell steht die Tschechin auf Rang acht der Weltrangliste. In dieser Saison qualifizierte sie sich erstmals für die WTA-Finals.
New York, US Open
Arthur Ashe Stadium in New York: Alexander Zverev spielte das dritte Grand Slam-Finale der laufenden Saison in Serie. In vier Sätzen setzte Zverev sich mit 6:3, 7:6, 5:7 und 6:2 gegen den US-Amerikaner Ben Shelton durch. Der 29-Jährige, der in New York mit Tunnelblick spielte, begriff erst wenige Sekunden später, dass er soeben zweifacher Grand Slam-Champion geworden war. Der letzte deutsche Spieler im Herreneinzel der die US Open gewinnen konnte, war Boris Becker im Jahr 1989.
Im Damen-Finale trafen erneut Aryna Sabalenka und Elena Rybakina aufeinander. Zu einer Melbourne-Revanche kam es nicht. Auch in diesem Grand Slam-Finale war Rybakina überlegen. In drei Sätzen schlug die Kasachin die topgesetzte, zweifache Titelverteidigerin mit 6:4, 5:7 und 6:2. Zuvor hatte Rybakina sich mit dem Erreichen des Halbfinals an die Spitze der WTA-Weltrangliste gespielt. Mit einem dritten Grand Slam-Titel und als neue Nummer eins der Welt verließ Rybakina an diesem Abend das Arthur Ashe Stadium in New York.
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
