Mit seinem ersten Masters-Titel in Cincinnati gilt Arthur Fils als Geheimtipp für einen Sieg bei den US Open.
Mit dem Sieg über Frances Tiafoe in Cincinnati gewinnt Arthur Fils seinen bisher größten Karriere-Titel und steht auf Rang 11 im ATP-Ranking.
Nach seinem 6:3, 1:6, 6:0-Sieg im Finale schrieb Fils: „Whos gonna Talk now?“ (zu deutsch: Wer redet jetzt?) auf die Kameralinse. Nach dem Match erklärte er: „Die Leute haben sehr schlecht über mich geredet.“ Er ergänzte: „Es ist sehr einfach, Kritik zu üben. Ich habe nicht bei den French Open gespielt, bin in Washington früh ausgeschieden und dann dachten die Leute, ich sei am Ende und wüsste nicht mehr, wie man Tennis spielt – aber hier sind wir nun, ich habe den Titel geholt.“ Zu seinen Worten auf der Kameralinse sagte der Cincinnati-Sieger: „Ich glaube, jetzt wird niemand mehr etwas gegen mich sagen können.“
Kritik nutze Fils als Antrieb. Über Nachrichten im Netz sagte er: „Entweder sehe ich es mir gar nicht an oder ich nutze es als Antrieb, wenn es mir ins Auge fällt.“
Trotz Verletzungspausen sei der Franzose positiv geblieben und habe an seine Rückkehr geglaubt. „Es war ein hartes Jahr – letztes Jahr und auch dieses Jahr, mit den French Open und ein paar Verletzungen, die mich vom Platz ferngehalten haben.“ Dennoch: „Wenn man sich verletzt, denkt man nur daran, für solche Momente wieder zurückzukommen. Es ist ein tolles Gefühl, einen Pokal neben mir zu haben, vor allem einen Masters-1000-Pokal. Ich habe noch nie einen gewonnen, deshalb spiele ich Tennis“, beteuerte Fils. Mit einem negativen Mindset wäre der Sieg in Cincinnati nicht möglich gewesen, sagte er und ergänzte: „Auch wenn ich heute nicht gewonnen hätte, wäre mir klar gewesen, dass mir eine positive Einstellung in den nächsten Wochen hilft – sei es bei den US Open oder in Asien.“
Stolz seien er und sein Team zudem auf die „Reife“, die er auf dem Court bewiesen habe. Für Fils bedeute das: „mit seinen Emotionen auf dem Platz umgehen zu können, zu wissen, wie man sich in bestimmenden Momenten, verhält (…), um nicht die Nerven zu verlieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Der Sieger des Masters erklärte weiter: „Manchmal macht man natürlich einen Fehler, aber man sollte versuchen, diesen im Kopf zu streichen und sich wieder auf den nächsten Punkt zu konzentrieren, ohne in einen negativen Kreislauf zu geraten.“
Der 22 Jährige hat große Pläne: „Das ist ein toller Erfolg. Aber es ist nicht mein Endziel. Ich werde versuchen, weitere Titel zu gewinnen und in der Rangliste weiter nach oben zu steigen.“
Aber Fils ist auch klar: „Ich weiß, dass das überhaupt nicht einfach ist und man viel arbeiten muss, um das zu schaffen.“ Fürs erste sei der 22-Jährige jedoch stolz auf seine Leistung in Cincinnati: „Ich finde, in meinem Alter schon einen davon (Masters Titel) zu haben, ist ziemlich gut.“ Die Chance einen noch größeren Titel zu gewinnen, hat Fils dann in New York.
Text: Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
