Rekord-Preisgeld bei den US Open 2026: So üppig fallen die Gagen für die Profis in den einzelnen Konkurrenzen und Runden aus.

Die US Open schütten 2026 so viel Preisgeld aus wie kein anderes Turnier. Insgesamt gehen Prämien im Gesamtwert von 108 Millionen Dollar an die Profis. Das sind rund 92,5 Millionen Euro. Damit erhöhte der US-Verband USTA sein Gesamtpreisgeld um 20 Prozent gegenüber zu den 90 Millionen Dollar im Vorjahr. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge mit einer Erhöhung um 20 Prozent; innerhalb von zwei Jahren ist die Gesamtsumme damit um 44 Prozent gewachsen.

Die Einzel-Champions bei Damen und Herren erhalten je 5,5 Millionen Dollar, ein Plus von 10 Prozent gegenüber den 5 Millionen im Jahr 2025. Deutlich stärker fällt der Zuwachs in den früheren Runden aus: Wer in der ersten Hauptfeldrunde ausscheidet, bekommt mit 140.000 Dollar rund 27 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Qualifikation profitiert mit Zuwächsen zwischen 14 und 16 Prozent je Runde.

Preisgeld bei den US Open 2026:

Damen- und Herreneinzel pro Runde

Preisgeld bei den US Open 2026:

Qualifikation Damen- und Herreneinzel pro Runde

Auffällig ist, wie unterschiedlich sich die Erhöhung über die Wettbewerbe verteilt. Während im Dameneinzel und Herreneinzel praktisch jede Runde zulegt, bleiben die Prämien für die Siegerteams im Doppel und Mixed gegenüber 2025 unverändert bei jeweils einer Million Dollar pro Team. Auch Finale und Halbfinale im klassischen Doppel stagnieren bei 500.000 beziehungsweise 250.000 Dollar. Zugelegt haben dort vor allem die frühen Runden: Die erste Doppelrunde steigt um rund 17 Prozent auf 35.000 Dollar pro Team.

Preisgeld bei den US Open 2026:

Damen- und Herreneinzel pro Team/Runde

Beim Mixed liegt der Fall anders: Dort wachsen Finale und Halbfinale um jeweils 25 Prozent, das Viertelfinale um 20 Prozent – nur der Titel selbst bleibt bei einer Million Dollar stehen. Neu ist außerdem, dass es 2026 erstmals eine eigene Qualifikation für das Mixed gibt, mit Prämien von 10.000 beziehungsweise 20.000 Dollar pro Team – 2025 wurde das 16er-Feld noch komplett über Ranglistenplätze und Wildcards besetzt.

Preisgeld bei den US Open 2026:

Mixed pro Team/Runde

Preisgeld bei den US Open 2026:

Mixed-Qualifikation pro Team/Runde

Das neue Rekord-Preisgeld bei den US Open 2026 fällt in eine Phase, in der die vier Grand-Slam-Turniere unter erheblichem Druck der Topspieler stehen. Seit den French Open 2025 fordert eine Gruppe führender Profis – darunter Aryna Sabalenka, Iga Świątek, Coco Gauff, Carlos Alcaraz und Jannik Sinner – eine deutlich höhere Beteiligung an den Turniereinnahmen. Ihr Ziel: ein Anstieg des Preisgeldanteils auf 22 Prozent der Einnahmen bis zum Jahr 2030, verbunden mit einem Wohlfahrtsfonds für Gesundheit, Rente und andere Absicherungen. Bei den French Open und in Wimbledon hatten mehrere Spieler zuvor aus Protest ihre Medienauftritte eingeschränkt, zeitweise stand sogar ein Boykott der US-Open-Veranstaltungen im Raum.

Geforderter Anteil der Gesamteinnahmen noch nicht erreicht

Gemessen an den zuletzt veröffentlichten Betriebseinnahmen des Turniers von 559,7 Millionen Dollar (Stand 2024) entsprechen die 108 Millionen Dollar rund 19,3 Prozent – ein spürbarer Sprung gegenüber den zuvor üblichen 13 bis 15 Prozent, aber weiterhin unterhalb der von den Spielern geforderten 22-Prozent-Marke.

Neben dem eigentlichen Preisgeld führt die USTA erstmals ein „Player Support Program“ ein, das zunächst mit zwei Millionen Dollar ausgestattet und je zur Hälfte auf Damen und Herren aufgeteilt wird. Es soll Haupt- und Doppelfeld-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer unter anderem beim Übergang in die Zeit nach der aktiven Karriere unterstützen. USTA-Chef Craig Tiley bezeichnete die Erhöhung als bedeutenden ersten Schritt einer mehrjährigen Investition in die Spielerinnen und Spieler.

Auch Wimbledon erhöhte das Preisgeld um 20 Prozent

Der Anstieg des Preisgelds bei den US Open reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte der vier Grand Slam-Turniere ein: Wimbledon hatte seine Prämien 2026 ebenfalls um 20 Prozent auf rund 64,2 Millionen Pfund angehoben. Das sind umgerechnet etwa 75 Millionen Euro.

Parallel zur Preisgeld-Ankündigung haben die vier Majors zudem die Gründung eines gemeinsamen „Grand Slam Player Advisory Council“ bekanntgegeben, das den Spielern künftig einen dauerhaften Sitz am Verhandlungstisch geben soll. Ob damit der Streit um eine feste, vertraglich fixierte Umsatzbeteiligung tatsächlich beigelegt ist, bleibt jedoch offen – die Spielerseite hatte die Erhöhung selbst als wichtigen, aber noch nicht ausreichenden Schritt bezeichnet.