Kevin Krawietz und Tim Pütz gehen 2027 getrennte Wege.  Ab der neuen Saison wird Krawietz mit dem Kroaten Mate Pavic auflaufen.

Am Sonntagnachmittag in Halle bezwangen Kevin Krawietz und Tim Pütz das kroatische Doppel Nikola Mektic und Mate Pavic mit 7:5, 6:2 und sicherten Deutschland im Davis Cup die vorentscheidende 2:1-Führung. Ab dem 5:5 im ersten Satz zeigten „KraPütz“ eine Gala-Vorstellung. Insgesamt unterliefen den beiden nur seche einfache Fehler. Krawietz sprach später vom „besten Davis Cup-Doppel, das wir jemals gespielt haben.“

Zwei Stunden später machte Alexander Zverev mit seinem zweiten Einzelsieg alles klar: Deutschland ist wieder für die Davis Cup-Finals in Bologna qualifiziert. Was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand ahnte: Noch am selben Tag besiegelte Krawietz mit einem der Gegner, die er mit Pütz vorher besiegte hatte, den nächsten Karriereabschnitt.

Krawietz: „Die Sache ist nun festgeklopft“

„Am Sonntag in Halle haben wir die Sache festgeklopft. Ich hatte vorher auch schon Anfragen von anderen Spielern, aber nach dem längeren Gespräch mit Mate war sehr schnell klar, dass wir das nun versuchen wollen“, sagte der Oberfranke der Neuen Presse Coburg.

Tim Pütz hatte nach dem verlorenen US Open-Finale angedeutet, dass er 2027 nicht mehr eine volle Saison spielen wolle. Sogar einen kompletten Rücktritt zum Saisonende 2026 zog er in Erwägung. Hintergrund: Pütz, der im November 39 Jahre alt wird, möchte einfach mehr Zeit für die Familie haben. Insofern ist die Neuorientierung von Krawietz nur verständlich – so bitter es auch ist, dass sich das deutscche Erfolgsdoppel nach fast vier Jahren auflöst.

Insbeosndere im Davis Cup sind die beiden eine Bank: 18 von 20 gemeinsamen Doppeln haben sie für Deutschland gewonnen. Und es ist gut möglich, dass 2026 noch weitere Siege hinzukommen werden. Denn für die Davis Cup-Finals sind Krawietz/Pütz als Doppel natürlich gesetzt. Ein Davis Cup-Titel könnte der krönende Abschluss für das Erfolgsduo werden, das 2024 die ATP-Finals gewann und in zwei Grand Slam-Endspiele einzog (US Open 2024/2026).

Pavic auf Partnersuche

Mate Pavic, mit dem Krawietz nun ab 2027 als festes Doppel starten wird, ist 2026 noch mit dem Salvadorianer Marcelo Arevalo unterwegs. Zuletzt unterlagen die beiden bei den US Open im Viertelfinale gegen Krawietz/Pütz mit 7:6, 4:6, 6:7. Danach war auch Pavic klar, dass er 2027 ohne festen Partner sein würde, denn Arevalo hatte ihm zu verstehen gegeben, die Zusammenarbeit nicht fortsetzen zu wollen. Genau daraus sei der Kontakt zu Krawietz entstanden, berichtet dieser der Neuen Presse Coburg.

Krawietz hat damit einen der besten Doppelspieler der letzten Jahre künftig an seiner Seite. Pavic stand schon auf Platz eins der Doppel-Weltrangliste und gewann jedes Grand Slam-Turnier einmal. Hinzukommen noch drei Grand Slam-Titel im Mixed. Zudem gewann er mit Nikola Mektic Olympisches Geld in Tokio 2021.

Krawitz/Pütz wollen nach Turin

Bevor aber nun Krawietz mit seinem neuen Partner unterwegs sein wird, will er mit Tiim Pütz eine ordentliche Saioson noch glanzvoll zu Ende spielen. Neben den Davis Cup-Finals stehen für das deutsche Duo noch die Turniere in Shanghai, Basel und Paris an – es geht um die Qualifikation für die ATP-Finals in Turin. Als aktuell sechstbestes Team in dieser Wertung haben Krawietz/Pütz beste Chancen, sich ihren letzten gemeinsamen Auftritt auf der ganz großen Bühne zu sichern.

Gut möglich, dass Krawietz dabei – wie schon beim Davis Cup in Halle – auf seinen künftigen Doppelpartner treffen wird.