Iga Swiatek setzt ihren Erfolgslauf in Cincinnati fort: Am Samstag (22.August, 21 Uhr bei Sky) spielt die Titelverteidigerin im Halbfinale gegen Jessica Pegula. Zuvor hatte sie im US-Bundesstaat Ohio ihre emotionale Siegesrede nach dem Triumph in Toronto aus der vorherigen Woche erklärt.

Im Interview mit der Streaming-Plattform Tennis-Channel reflektierte die Polin ihren Sieg beim 1000-Turnier in Kanada. Die 25-Jährige erzählte, worauf sie besonders stolz gewesen sei: „Ich habe dort viele knappe, harte Matches gegen Spielerinnen gespielt, gegen die ich in dieser Saison verloren habe. Deshalb bin ich froh, dass ich das Blatt wenden konnte – ich habe einfach besser gespielt und nicht an mir gezweifelt.“

Die laufende Saison sei die „wahrscheinlich härteste“ der Toronto-Siegerin gewesen. Den Turn-Around schaffte sie dann in Kanada: „Dieses Mal hatte ich das Selbstvertrauen, das ich mir im Training aneignete, wirklich genutzt“, erklärte Swiatek, die bei den Canadian Open ihren 26. Karrieretitel gewonnen hatte.

Swiatek in der Kritik

Seit Saisonbeginn musste Swiatek viel Kritik für die, für ihre Verhältnisse, schwache Saison einstecken. Ihren Toronto-Titel widmete die polnische Profispielerin dann jenen, „die mit ungerechter Beurteilung und Hass zu kämpfen haben“. Ihren Fans gab sie die Botschaft mit: „Gebt nicht auf, entwickelt euch weiter und konzentriert euch auf euch selbst. Das ist das, was ich tun musste.“

Sie erlärte gegenüber Tennis Channel: „Ich wollte den Leuten zeigen, dass wir alle damit zu kämpfen haben und wenn jemand Trost darin finden kann, dass es selbst für die „großen Spieler“ da draußen nicht einfach ist, dann spreche ich gerne mehr darüber.“ Swiatek wünsche sich mehr Respekt und Wertschätzung, „vor allem von den Leuten zu Hause“. „Ich wünschte, es wäre ein bisschen netter und freundlicher“, sagte die Polin in Bezug auf die Schlagzeilen in ihrer Heimat. Auf die Nachfrage, wer „gemein“ zu ihr gewesen sei, wollte sie nicht näher eingehen.

Swiatek: „Ich bin nicht naiv“

Im gleichen Zuge stellte die sechsfache Grand Slam-Siegerin jedoch klar: „Ich bin nicht naiv, ich weiß, wie die Welt funktioniert – Clickbait-Titel sind manchmal wichtiger. Man sollte sich also darauf konzentrieren, seinen Job zu machen und sich nicht darum kümmern.“

Seit Beginn der Hardcourt-Saison zeigt Swiatek bislang konstante Leistungen. Die Auszeit nach Wimbledon habe ihr gut getan. „Ich brauchte diese Woche nach Wimbledon, in der ich den Tennisplatz nicht gesehen habe und mich entspannen konnte“, erzählte die Polin. Sie sei mit neuer Energie auf den Platz zurückgekehrt und sagte: „Diese Einstellung und die Arbeit, die ich investiert habe – ich habe das Gefühl, dass sich das gerade auszahlt (…). Im Moment fühle ich mich gut mit meinem Spiel und meiner Mentalität auf dem Platz.“

Mit ihrer Performance in Toronto und Cincinnati schafft Swiatek ein gutes Momentum für die anstehenden US Open.

Im Arthur Ashe Stadium konnte die sechsfache Grand Slam-Siegerin  bereits einmal triumphieren – im Jahr 2022.

Fun Fact: Achterbahn? Nein danke!

Ist Iga ein Achterbahn-Fan? Ganz klar: Nein! „In meinem Alltag bekomme ich sowieso schon zu viel Adrenalin ab“, sagte Swiatek in Cincinnati.

Auf dem offiziellen TikTok-Kanal der WTA verriet Swiatek, dass sie stattdessen Fan von Musik und Büchern ist. Aktuell auf Dauerschleife läuft bei ihr: „Petal von Ariana Grande“.

Das beste Konzert, dass Iga besucht hat? „Schwierige Frage, denn natürlich war die Eras-Tour (Taylor Swift) fantastisch, aber das erste Konzert, das ich besucht habe, war eine „Coldplay“-Show in Warschau und ich war total überwältigt, weil es die erste große Show war, die ich je besucht habe. (…) Ich habe getanzt, gesungen, ich kannte jeden Song“, erzählte Swiatek. Aktuell gibt es einige Gründe für die wiedererstarkte Top 5-Spielerin, gut gelaunt zu sein.

Text: Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.