Was passierte am ersten Tag in Wimbledon 2026? Wir geben einen Überblick über die Geschehnisse an der Church Road.
Blut im Schuh: Jannik Sinner kämpft sich weiter
Was für ein Auftakt ins Turnier von Wimbledon 2026 für Titelverteidiger Jannik Sinner: Der Weltranglistenerste stand gegen einen stark spielenden Miomor Kecmanovic mit dem Rücken zur Wand, kämpfte sich aber dennoch mit einem Fünfsatz-Sieg in die nächste Runde. Das Match war historisch eng: Sinner ist erst der achte Titelverteidiger in der Wimbledon-Geschichte, der zum Auftakt im Folgejahr zwei Sätze abgeben musste. Zusätzlich sorgte der Südtiroler beim Stand von 2:2 im dritten Satz für einen kurzen Schockmoment: Sinners Zeh begann so stark zu bluten, dass sich der strahlend weiße Tennisschuh dunkelrot verfärbte. Dennoch rappelte sich der Titelverteidiger schnell wieder auf und konnte unbeeindruckt weiterspielen. „Mir geht es gut, es sah schlimmer aus, als es war. Ich bin nur überrascht, dass sie mich wegen des weißen Dresscodes mit dem roten Schuh haben weiterspielen lassen“, scherzte Sinner anschließend.
Modische Kampfansage: Osaka zelebriert „Kill Bill“ und stürmt in Runde zwei
Dass Traditionen und modische Extravaganz in Wimbledon auch miteinander harmonieren können, bewies die Japanerin Naomi Osaka. Die viermalige Grand Slam-Siegerin zog bei ihrer Rückkehr auf den heiligen Rasen alle Blicke auf sich, als sie den „All-White“ Dresscode mit einem atemberaubenden, schneeweißen Kimono-Mantel komplett neu interpretierte. Abseits der Fashion Show siegte Osaka souverän gegen die Französin Elsa Jacquemont in zwei Sätzen. Auf die Frage nach ihrem Outfit, antwortete die Fashion-Liebhaberin lächelnd: „Ich lasse mich von vielen verschiedenen Dingen inspirieren. Einer meiner Lieblingsfilme ist ‚Kill Bill‘. Ich liebe Lucy Lius Figur O-Ren Ishii, die in diesem ikonischen weißen Kimono auftritt. Ich sage den Leuten immer, ich sei manchmal wie eine Videospielfigur – ich möchte nicht ich selbst sein, wenn ich auf dem Platz stehe. Ein bisschen versuche ich, sie zu verkörpern.“ Ob ihr dies auch in der nächsten Runde gegen die Qualifikation Anastasia Gasanova gelingt, bleibt abzuwarten.
Bitteres Aus für French Open-Finalistin Maja Chwalinska
Nur wenige Wochen nach ihrem sensationellen Finaleinzug bei den French Open erlebte Maja Chwalinska einen sportlichen Albtraum. Die Polin stand nach einem souveränen ersten Satz bereits dicht vor dem Einzug in die zweite Runde, ehe sie beim Matchball unglücklich stürzte und sich am Knöchel schwer verletzte. Obwohl sie lange unter großen Schmerzen weiterspielte, musste Chwalinska sich am Ende der thailändischen Qualifikantin Mananchaya Sawangkaew mit 6:2, 5:7, 2:6 geschlagen geben. „Es ist Wimbledon, ich wollte hier einfach nicht aufgeben, aber die Bewegung war danach sehr eingeschränkt“, erklärte Chawalinska enttäuscht.
Debakel für englisches Tennis in Wimbledon 2026
Der erste Tag in Wimbledon 2026 war für die heimischen Fans ein Tag zum Vergessen. Bereits vor den ersten Partien gab es die ersten Dämpfer: Nach Emma Raducanu musste auch Hoffnungsträger Jack Draper verletzt zurückziehen. Daraufhin schaffte es nicht einer von den zehn am Montag in Einsatz gewesenen britischen Profis in die nächste Runde. Die bitterste Auftaktniederlage erlebte die britische Nummer eins Cameron Norrie, der nach mehr als vier Stunden dem US-Qualifikanten Michael Zheng mit in fünf Sätzen unterlag.
Struff und Maria in Runde 2, Korpatsch raus
Der erste Tag hielt bei den deutschen Tennis-Fans Freud und Leid dicht beieinander. Allen voran lieferte sich Jan-Lennard Sruff einen absoluten Krimi. Der Warsteiner siegte nach packenden drei Stunden gegen den Argentinier Sebastian Baez in fünf Sätzen. Zwischenzeitlich verspielte er eine 2:0-Satzführung, sicherte sich aber nach einem 1:3-Rückstand im finalen Satz den Einzug in die nächste Runde. Struff trifft dort auf den US-Amerikaner Brandon Nakashima. Deutlicher dagegen macht es Tatjana Maria. Die zweifache Mutter behielt die Nerven und stürmte mit ihrem Slice-Spiel gegen die Kasachin Yulia Putintseva in die nächste Runde. Dort erwartet Maria die junge und formstarke US-Amerikanerin Iva Jovic. Für Tamara Korpatsch war Coco Gauff eine Nummer zu groß: Die Hamburgerin blieb beim 1:6 2:6 chancenlos.
Carreno Busta siegt im achten Anlauf
Für einen besonderen Moment sorgte Pablo Carreno Busta. Der Spanier feierte im Alter von 34 Jahren und nach sieben vergeblichen Anläufen seinen ersten Hauptfeld-Sieg in Wimbledon. Bei einem Spielstand von 6:3, 7:6 profitierte Carreno Busta von einer verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners Denis Shapovalov, der sich nach einem Sturz in die Planen am Court-Rand unglücklich an der Schulter verletzte. In der nächsten Runde kommt es nun zum spanischen Duell mit Youngstar Rafael Jodar. Die beide trafen auch jüngst in Roland Garros aufeinander. Dort gewann Jodar in fünf Sätzen.
21. Teilnahme in Wimbledon von Djokovic
Manche Dinge im Tennis scheinen für die Ewigkeit: Mit seiner Rückkehr auf den legendären Center Court krönt Novak Djokovic seine Karriere mit der 21. Wimbledon-Teilnahme. Doch einen leichten Auftaktsieg gab es für den 24-maligen Grand Slam-Sieger nicht. Der Chinese Wu Yibing verlangte dem Serben alles ab und zwang den Favoriten in den vierten Satz. Erst nach über drei Stunden macht Djokovic mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:4 den Erstrunden-Sieg perfekt. Djokovic zeigte sich im Anschluss beeindruckt: „Das hat sich heute definitiv nicht nach einer ersten Runde angefühlt, denn er hat mich unglaublich unter Druck gesetzt.“ In der nächsten Runde trifft Djokovic auf den ehemaligen Top-Ten Spieler Stefanos Tsitsipas.
