Es wird emotional am vierten Tag von Wimbledon. Wer sich in die nächste Runde kämpfte und wer Geschichte schrieb, berichten wir euch.
Alexandra Eala schreibt philippinische Tennisgeschichte
Die Sensation im Hautfeld der Damen ist perfekt: Alexandra Eala steht als erste philippinische Spielerin überhaupt in der dritten Runde von Wimbledon und schreibt damit Geschichte. Dennoch sah es im ersten Satz nicht wirklich danach aus. Gegen die junge Australierin Maya Joint erwischte die Weltranglisten-32. einen holprigen Start und verlor den ersten Satz folgerichtig mit 3:6. Doch was im Anschluss folgte, war eine absolute Glanzleistung der jungen Eala. Im zweiten Satz stellte die Philippinerin ihr taktisches Konzept komplett um und überließ Joint kaum noch Chancen zurück ins Spiel zu finden.
Mit einem schnellen 6:2 gleich sie die Partie aus und erzwang den entscheidenen dritten Satz. Ohne ein einziges Spiel abzugeben, schickte Eala die Australierin mit einem 6:0 vom Platz und machte die historische Sensation perfekt. In der nächsten Runde wartet nun allerdings ein ultimativer Härtetest gegen die Titelverteidigerin aus dem Vorjahr Iga Swiatek.
Zverev siegt souverän, Struff dreht Fünfsatz-Krimi
Auch aus deutscher Sicht gab es am gestrigen Tag reichlich Grund zur Freude. Allen voran French Open- Sieger Alexander Zverev, der gegen den Franzosen Valentin Royer mit 6:1, 6:3 und 7:6 kurzen Prozess machte. Der Hamburger überzeugte in jeder Hinsicht und freut sich in der nächsten Runde auf das Duell gegen Amerikaner Marcus Giron.
Deutlich mehr Nerven musste Jan-Lennard Struff gegen den Amerikaner Brandon Nakashima zeigen. In einem dramatischen Fünfsatz-Match erzwang der US-Amerikaner den Match-Tiebreak im entscheidenden Satz. Dort sah es für Struff beim Stand von 4:7 bereits sehr düster aus. Doch mit viel Mut bewies Struff echte Kampfstärke und drehte das Match zum 10:7. Am Ende gewann der Warsteiner mit 4:6, 7:6, 7:6, 6:7 und 7:6. Nun wartet auf Struff ein absoluter Hammer: Der Deutsche fordert die ehemalige Nummer eins der Welt Daniil Medvedev.
„Fühle mich so geliebt“: Dimitrov rührt Fans nach Sieg
Grigor Dimitrov zeigt sich weiterhin in absoluter Top-Form und feierte gegen den jungen Tschechen Jakub Mensik seinen nächsten Erfolg bei Wimbledon. Im vergangenen Jahr endete das Turnier für den Bulgaren auf tragische Art und Weise, als er sein Match verletzungsbedingt gegen Jannik Sinner aufgeben musste. Besonders bitter: Dimitrov spielte zu diesem Zeitpunkt herausragendes Tennis und hatte mit einer 2:1-Satzführung die besten Chancen gegen den späteren Sieger.
Jetzt ist er endlich wieder zurück. In der zweiten Runde bewies er einmal mehr, warum er gerade auf diesem Belag zu den besten Spielern der Tour gehört. Dimitrov erwischte in der Partie den besseren Start, bevor Mensik besser ins Spiel kam und sich den zweiten Durchgang sicherte. Am Ende buchte Dimitrov mit einem verdienten 7:6, 4:6, 7:5 und 6:3 das Ticket für die nächsten Runde.
Nach dem umkämpfen Match ließ der Bulgare seinen Emotionen freien Lauf und betonte sichtlich bewegt, wie besonders es für ihn sei, wieder zurück zu sein. „Ich bin einfach nur unglaublich glücklich, dass ich wieder vor euch Tennis spielen kann. Ich fühle mich so geliebt und unterstützt von überall aus der Welt.“
Deja-vu bei Wimbledon: Jodar bezwing Carreno Busta im nächsten Fünfsatz-Drama
Der aufstrebende Next-Gen-Star Rafael Jodar hat erneut die Nerven behalten und seinen Landsmann Pablo Carreno Busta aus dem Turnier geworfen. Für Carreno Busta ist das Aus besonders bitter, da er nach seiner verletzungsgeplagten Zeit eine gute Leistung in seinem Auftaktmatch zeigen konnte und es somit zum allerersten Mal in seiner langen Karriere in die zweite Runde von Wimbledon schaffte.
Jedoch entwickelte sich Jodar einmal mehr zum Albtraum. Es war ein Deja-vu zu den French Open vor wenigen Wochen, als der Youngstar Carreno Busta ebenfalls in einem dramatischen Fünfsatz-Krimi besiegte. Carreno Busta erwischte den besseren Start und sicherte sich den ersten Satz mit 6:3, ehe Jodar mit einem schnellen 6:3 konterte. Der dritte Satz verlief ähnlich wie der erste Satz und Carreno Busta ging erneut in Führung.
Mit dem Rücken zur Wand zeigte der junge Jodar eine unglaubliche Leistung und gewann am Ende mit 3:6, 6:3, 1:6, 6:3 und 6:4. Der Spanier trifft in der nächsten Runde auf den Qualifikanten Shintaro Mochizuki aus Japan und hat sehr gute Chancen zum ersten Mal in die vierte Runde von Wimbledon einzuziehen.
Britischer Hoffnungsträger: Ferry lässt die Church Road beben
Während die britischen Stars reihenweise ausschieden, hält Arthur Ferry die Hoffnungen des Gastgebers im Herreneinzel am Leben. Nach einem sehr guten Auftaktmatch gegen Damir Dzumhur mit 3:6, 6:2, 6:2 und 6:1 legte der Brite in der nächsten Runde direkt nach. Er gewann ein umkämpftes Match mit 5:7, 7:6, 6:3, 6:3 gegen den Finnen Otto Virtanen, der zuvor den jungen US-Amerikaner Ben Shelton besiegte, und trifft nun auf den Belgier Zizou Bergs.
