Wir präsentieren wir die zehn besten Tennisprofis aus Österreich (Damen und Herren kombiniert) der Geschichte – anhand ihrer Weltranglistenposition.
Am 23. August 1973 wurde die erste computerbasierte Weltrangliste im Herrentennis veröffentlicht. Der Tag glich einer Zäsur im Tennis. Am 3. November 1975 folgte die Einführung der Weltrangliste im Damentennis. tennis MAGAZIN schaut auf die Historie des ATP- und WTA-Rankings und präsentiert die zehn besten Tennisprofis aus Österreich der Geschichte – anhand ihrer Weltranglistenposition.
Platz 10: Stefan Koubek
Geburtsdatum: 02.01.1977
Bestes ATP-Ranking: 20
ATP-Titel: 3
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Australian Open 2002
ATP-Bilanz: 215:253
Stefan Koubek erreichte sechs Finals auf der ATP-Tour, von denen er drei gewann (Atlanta, Delray Beach, Doha). Sein legendärstes Turnier waren die Australian Open 2002. In der ersten Runde lag der Linkshänder gegen Cyril Saulnier (Frankreich) aussichtslos zurück – 0:6, 1:6, 1:6, 15:40. Koubek gewann dennoch und marschierte dann bis ins Viertelfinale. Nach seiner Karriere war er sieben Jahre lang Davis-Cup-Kapitän.
Platz 9: Sybille Bammer
Geburtsdatum: 27.04.1980
Bestes WTA-Ranking: 19
WTA-Titel: 2
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale US Open 2008
WTA-Bilanz: 363:338
Sybille Bammer bekam zu Beginn ihrer Profikarriere mit 21 Jahren ein Kind. Über ITF-Turniere spielte sie sich danach langsam in der Weltrangliste hoch. Mit 26 gewann sie in Pattaya 2007 erstmals ein WTA-Turnier – als erste Mutter nach 17 Jahren. Zwei Jahre später gewann sie in Prag einen weiteren WTA-Titel als Mutter. 2011 beendete sie im Alter von 31 Jahren ihre Karriere.
Platz 8: Horst Skoff
Geburtsdatum: 22.08.1968
Bestes ATP-Ranking: 18
ATP-Titel: 4
Bestes Grand-Slam-Resultat: 2. Runde French Open/Wimbledon/US Open
ATP-Bilanz: 228:203
Hors Skoff ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten im österreichischen Tennis. Der gebürtige Klagenfurter starb bereits im Alter von 39 Jahren nach einem Herzinfarkt. Skoff, der als „Enfant terrible“ auf der ATP-Tour galt, erreichte elf Finals auf der ATP-Tour, von denen er vier gewann (Athen, Wien, Genf, Bastad). Bei den Grand-Slam-Turnieren blieb er stets hinter den Erwartungen zurück und kam nie über die zweite Runde hinaus.
Platz 7: Gilbert Schaller
Geburtsdatum: 17.03.1969
Bestes ATP-Ranking: 18
ATP-Titel: 1
Bestes Grand-Slam-Resultat: 3. Runde Australian Open 1997
ATP-Bilanz: 115:132
Gilbert Schaller spielte am allerliebsten auf Sand, wo er alle seine vier ATP-Finals erreichte. In Casablanca gewann er seinen einzigen ATP-Titel. Seine größten Siege: gegen Pete Sampras in der ersten Runde der French Open 1995 und gegen Boris Becker in Hamburg 1996. Nach seiner Karriere führte Schaller vier Jahre das österreichische Davis-Cup-Team als Kapitän.
Platz 6: Judith Wiesner
Geburtsdatum: 02.03.1966
Bestes WTA-Ranking: 12
WTA-Titel: 5
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale Wimbledon/US Open 2006
WTA-Bilanz: 366:209
Judith Wiesner kann auf eine sehr lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Mit 17 Jahren debütierte sie für das österreichische Fed-Cup-Team, für das sie mit 40 Teilnahmen und 39 Siegen Rekordspielerin ist. Sie war eine echte Allrounderin, die bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens das Achtelfinale erreichte. Wiesner gewann fünf WTA-Titel und stand in insgesamt zwölf Finals.
Platz 5: Barbara Paulus
Geburtsdatum: 01.09.1970
Bestes WTA-Ranking: 10
WTA-Titel: 6
Bestes Grand-Slam-Resultat: Achtelfinale Australian Open/French Open/US Open
WTA-Bilanz: 280:166
Barbara Paulus war die erste Top-10-Spielerin aus Österreich. Sie erreichte 17 Finals auf der WTA-Tour, von denen sie sechs gewann. Sie qualifizierte sich zweimal für das Masters mit den 16 besten Spielerinnen des Jahres.
Platz 4: Jürgen Melzer
Geburtsdatum: 22.05.1981
Bestes ATP-Ranking: 8
ATP-Titel: 5
Bestes Grand-Slam-Resultat: Halbfinale French Open 2010
ATP-Bilanz: 350:334
Jürgen Melzer ist der einzige Spieler aus Österreich, der sowohl im Einzel als auch im Doppel in den Top 10 stand – Platz 8 im Einzel, Platz 6 im Doppel. Während er im Doppel zwei Grand-Slam-Titel gewann, spielte sich der Linkshänder im Einzel bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens ins Achtelfinale. Sein größter Coup: die Halbfinalteilnahme bei den French Open 2010, als er Novak Djokovic nach 0:2-Satzrückstand schlug. Melzer ist Sportdirektor im österreichischen Verband und aktueller Davis-Cup-Kapitän.
Platz 3: Barbara Schett
Geburtsdatum: 10.03.1976
Bestes WTA-Ranking: 7
WTA-Titel: 3
Bestes Grand-Slam-Resultat: Viertelfinale US Open 2009
WTA-Bilanz: 349:279
Barbara Schett ist die bestplatzierte Österreicherin auf der WTA-Tour. Sie erreichte bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens das Achtelfinale und gewann ihre drei WTA-Titel auf Sand (Palermo, Maria Lankowitz, Klagenfurt). Schett ist nach ihrer Karriere im Tennis allgegenwertig geblieben als bekannte TV-Moderatorin.
Platz 2: Dominic Thiem
Geburtsdatum: 03.09.1993
Bestes ATP-Ranking: 3
ATP-Titel: 17
Bestes Grand-Slam-Resultat: Titel US Open 2020
ATP-Bilanz: 348:215
Dominic Thiem ist der letzte Spieler mit einer einhändigen Rückhand, der ein Grand-Slam-Titel gewinnen konnte. Der Triumph bei den US Open 2020, der wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfand, war der Höhepunkt in seiner Karriere. Es war gleichzeitig auch sein letzter seiner 17. ATP-Titel. Handgelenksprobleme zwangen Thiem zu einem frühen Karriereende kurz vor seinem 31. Geburtstag.
Platz 1: Thomas Muster
Geburtsdatum: 02.10.1967
Bestes ATP-Ranking: 1
ATP-Titel: 44
Bestes Grand-Slam-Resultat: Titel French Open 1995
ATP-Bilanz: 625:273
Es kann nur einen geben. Bezogen auf das österreichische Tennis ist dies Thomas Muster. Der gebürtige Leibnitzer war der Sandplatzkönig in den 90er-Jahren. 40 seiner 44 ATP-Titel gewann er auf der roten Asche, darunter die French Open 1995. 1996 krönte Muster seine Karriere mit dem Aufstieg zur Nummer eins der Welt. Sein Markenzeichen: sein großer Siegeswille und sein Kämpferherz. Legendär sind die Bilder, wie er nach einer Verletzung mit der Hilfe einer speziellen Bank trainierte und wie ein Besessener schon Tennisbälle schlug, während sein Knie sich von der Operation erholte.
