Pegula über Zverev: „Soll man die Nummer eins für die anderen aufheben?“

Seit kurzem steht fest: Alexander Zverev wird das Jahr als Nummer eins der Welt beenden. Online entfachte eine Diskussion darüber, ob er diesen Titel verdient. Jessica Pegula, Nummer vier der WTA-Weltrangliste, teilt ihre Meinung dazu in ihrem Podcast „The Players Box“.

Alexander Zverev wird die 30. Nummer eins der Weltrangliste werden. Bestätigt hat dies auch die ATP: Mit dem vorzeitigen Saisonende der amtierenden Nummer eins, Jannik Sinner, aufgrund einer Knieverletzung, ist der Weg an die Spitze der Weltrangliste frei für Zverev. Mathematisch gesehen kann ihn kein Spieler mehr bis Saisonende einholen – nicht einmal Carlos Alcaraz.

Kaum stand fest, dass der 29-Jährige der Nachfolger von Boris Becker als deutsche Nummer eins im Herrentennis werden wird, entfachte sich in den Sozialen Medien eine Diskussion, ob er das Nummer eins-Ranking verdienen würde.

Zverev: verdiente neue Nummer eins?

Die US-Amerikanerin Jessica Pegula hat eine dazu eine klare Meinung. Gemeinsam mit Madison Keys, Jennifer Brady und Desirae Krawczyk veröffentlicht sie wöchentliche Episoden des Podcasts „The Players Box“, in welchen unter anderem die aktuellen Geschehnisse der ATP- und WTA-Tour besprochen werden. So auch die Diskussion um Alexander Zverev und das Nummer eins-Ranking.

Das Hauptargument der Kritiker: Zverev habe lediglich von den Verletzungen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz profitiert. Bei beiden Grand Slam-Siegen (Paris und New York) habe er gegen niedriger gerankte Spieler gewonnen, das seien Pflichtsiege gewesen. Die Diskussion nahm besonders nach Zverevs Niederlage bei den China Open gegen Novak Djokovic erneut Fahrt auf.

Pegula: „Er hat es sich verdient“

„Manche Leute sagen: ˋEr sei nicht die wahre Nummer einsˋ“, fasste Pegula zusammen. „Wen interessiertˋs?“, fragte sie hinterher. „Soll man sagen: ˋ Ich möchte nicht die Nummer eins werden, ich hebe das Ranking für die anderen auf, wenn sie zurückkommen.ˋ?“

Im Netz weisen viele User vermehrt darauf hin, dass es sich bei der ATP-Weltrangliste um ein Punktesystem handelt. Konstanz wird belohnt. Diese Meinung vertritt auch die Weltranglistenvierte: Im Podcast betonte sie, dass es im Tennis darum ginge, jede Woche zu performen und fit zu sein. Zverev habe in dieser Saison konstant Leistung gezeigt und zwei Grand Slam Titel gewonnen. Dagegen könne man nichts sagen. „Also Glückwunsch an Zverev“, gratulierte Pegula. „Er hat es sich verdient.“

Zverev im Halbfinale in Shanghai

Aktuell steht Zverev im Halbfinale des Masters in Shanghai. Im Viertelfinale schlug er den Australier Alex de Minaur in zwei Sätzen (6:4, 6:4). Im Halbfinale spielt er am Samstag gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina, der aktuell auf Rang 26 der Weltrangliste steht.

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.