Im Finale der China Open in Beijing gibt Alex de Minaur verletzungsbedingt auf. Novak Djokovic gewinnt beim Stand von 7:6 und 0:1 den siebten Titel bei den China Open. In seiner Siegesrede wird schnell klar: Für den Serben handelt es sich um mehr als nur eine Trophäe.
Novak Djokovic kehrt nach elf Jahren zurück nach Beijing zu den China Open. Die Besonderheit: Djokovic ist bei den China Open ungeschlagen und verlor bei dem ATP-500-Turnier bisher kein einziges Match. 2026 setzte der Serbe seine historische Serie fort und gewann die China Open zum siebten Mal – allerdings unter ungewöhnlichen Umständen.
Der 24-fache Grand Slam-Sieger konnte sowohl sein Halbfinale, als auch sein Finale nicht zu Ende spielen. Das Halbfinale wurde bei einem Stand von 7:5 und 5:3 aufgrund der Disqualifikation seines Gegners Daniil Medvedev abgebrochen. Im Endspiel sicherte sich Djokovic den ersten Satz mit 7:6. Im zweiten Satz wurde das Match bei 0:1 durch die verletzungsbedingte Aufgabe von Alex de Minaur vorzeitig beendet.
An de Minaur gerichtet sagte Djokovic später: „Es tut mir wirklich leid, wie es heute zu Ende gehen musste. Ich hoffe, dass du dich schnell erholst. Du bist definitiv einer der spannendsten Spieler auf der Tour und ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für dieses Jahr und die kommenden Jahre.“
Seine Dankesrede begann der Serbe, der als eines der größten Sprachtalente im Profisport gilt, auf Chinesisch an das Publikum gerichtet. Anschließend führte er fort: „Es ist elf Jahre her, seit ich das letzte Mal hier gespielt habe und ehrlich gesagt stelle ich immer hohe Erwartungen an mich selbst und möchte mich immer mit dem Pokal visualisieren – besonders hier in Beijing, dem Ort, an dem ich noch nie verloren habe.“ Und weiter: „Aber mir war auch durchaus bewusst, dass die Realität heutzutage, elf Jahre später, ein bisschen anders aussieht.“
Djokovic: „Diese Trophäe bedeutet für uns alle viel mehr“
Djokovic betonte, dass dieses Jahr für ihn herausfordernd gewesen sei. Sowohl in Cincinnati, als auch bei den US Open musste sich der 24-fache Grand Slam-Champion jeweils in Runde eins geschlagen geben. Der serbische Profi sagte: „Dieses Jahr war für mich ziemlich herausfordernd – viele Höhen und Tiefen, körperliche und gesundheitliche Probleme. Deshalb habe ich einfach versucht, auf dem Platz wieder ein gutes Gefühl zu finden.“
Der 39-Jährige ergänzte: „Natürlich weiß ich: Wenn ich mich gut fühle und den Ball gut treffe, kann ich immer noch auf höchstem Niveau mithalten. Diese Woche war, ehrlich gesagt, ein Beweis dafür, und darauf bin ich sehr stolz.“ Zudem dankte Djokovic seinem Team für die Geduld und die Unterstützung. Er betonte: „Diese Trophäe bedeutet für uns alle viel mehr als nur eine Trophäe oder ein Turnier.“
Beijing sei ein besondere Ort für Djokovic. An das Publikum gerichtete sagte er: „Ich spiele seit Beginn dieses Turniers vor einem vollbesetzten Stadion und kann dem Publikum gar nicht genug für die Unterstützung, die Liebe und die Leidenschaft danken. Das war ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg.“ In der chinesischen Hauptstadt fühle sich der 39-Jährige „wie zu Hause“.
Djokovic: „Diese Woche hat mir das Gegenteil bewiesen“
Djokovic, der während der Turnierwoche der China Open immer wieder die Herausforderungen der laufenden Saison betont hatte, sagte: „Diese Woche hat mir wieder einmal das Gegenteil bewiesen und mir einen großen Selbstvertrauensschub für den Rest der Saison gegeben.“
Durch die verletzungsbedingte Aufgabe von de Minaur fühle es sich für den Serben nicht richtig und respektvoll an, sich offensichtlich zu freuen, aber innerlich sei er „sehr stolz auf den Erfolg“. „Ich möchte feiern, weil ich glaube, dass ich eine der besten Wochen der letzten Jahre gespielt habe“, erklärte Djokovic und blickte auf die Woche in China zurück: „Viel Stress und Druck, aber ich habe gekämpft, alles gegeben und bin superglücklich.“
Text: Anna Sophia Antic studiert Journalismus an der IU Akademie.
