Der Countdown läuft: am Donnerstag (20.August) wird die Dokumentation von Novak Djokovic „Der Wolf im Winter“ veröffentlicht. In der australischen Today Show verrät der 39-Jährige weitere Details. Außerdem: Der Dokumentarfilm könnte erst der Anfang sein.

Am 20. August wird der 90 Minuten lange Dokumentarfilm „Der Wolf im Winter“ auf Prime Video veröffentlicht. Regisseur ist Jason Hehir (vor allem bekannt durch die Michael Jordan-Doku „The Last Dance“). Kurz vor Veröffentlichung spricht Novak Djokovic in der Today Show Australia über sein neues Projekt. „Ehrlich gesagt war es ein langwieriger Prozess, der mehrere Jahre gedauert hat“, erzählte Djokovic, der per Video zugeschaltet war. Seit 2017 sei das Projekt in Arbeit.

Djokovic: „Emotional, Momente Revue passieren zu lassen“

Die Interviewerin der TV-Show begann mit: „Ich habe Sie auf dem Platz gesehen – Sie strahlen diese unerschütterliche Stärke aus.“ Auf die darauffolgenden Frage, ob es schwer gewesen sei, im Gegenzug einen Blick hinter die Kulissen zu geben und „die Emotionen von Novak, dem Menschen, zum Vorschein zu bringen“, antwortete der 24-fache Grand Slam-Sieger: „Die Leute, die Tennis verfolgen, kennen mich wegen meiner Erfolge und all dem, was ich auf dem Platz erreicht habe. In diesem Film geht es mehr um die Geschichte hinter diesen Erfolgen, um den Weg dorthin, die Momente, die mich als Mensch geprägt haben, die Resilienz und die Beharrlichkeit.“ Er fügte hinzu: „Es geht um viele Dinge, bei denen es für mich emotional war, sie Revue passieren zu lassen.“

Die bereits veröffentlichte Vorschau gab erste Eindrücke. Einige Zitate von Novak Djokovic aus dem offiziellen Trailer lauten:

- „Es gibt Tage, an denen ich das Gefühl habe, der Beste zu sein und es gibt Tage, an denen ich stark an mir zweifle.“ (Original: „There are days where I feel like I’m the best and there are days where I’m doubting myself a lot“)

- „Wie lange soll ich das noch machen? Warum setze ich mich und meine Familie immer wieder dieser Situation aus?“ (Original: „How long should I do this ? Why am I putting myself and my family through this over and over again?“)

- „Der größte Zweifler ist hier (zeigt auf sich selbst), und ich versuche mehr als jeder andere, mir das Gegenteil zu beweisen.“ (Original: „The number one doubter is here and I’m trying to prove myself wrong more than anybody else“)

Am Donnerstag bekommen die Zuschauer dann endlich einen Einblick, was es bedeutet, der „Größte aller Zeiten“ (GOAT – „Greatest Of All Time“) im Tennis zu sein. So sagte es auch André Agassi im Trailer: „Niemand kann an das heranreichen, was er erreicht hat. Er ist der Beste aller Zeiten.“ 24 Grand Slam-Titel gewann Djokovic in seiner Karriere. Zehn davon in Melbourne bei den Australian Open – so oft triumphierte kein anderer Spieler in der Rod Laver Arena.

Djokovics Beziehung zu Australien

Neben Rekorden in Down Under kam es zu Corona-Zeiten zu Kontroversen, da Djokovic nicht gegen das Virus geimpft war. Die Interviewerin leitete das Thema wie folgt ein: „Es gab in Australien auch einige schwierige Momente.“ Wie er die Beziehung zu Australien reflektiere und was ihm das Land bedeute, lauteten die anschließenden Fragen. Antwort Djokovic: „Es gab, glaube ich, viel mehr positive, schöne und wundervolle Momente und Erlebnisse, die ich in Australien hatte. Selbst dieses schwierige, herausfordernde Jahr 2022, das ich erlebt habe, und das wir auch im Film ein wenig angesprochen haben, war für mich eine wertvolle Erfahrung.“ Der zehnfache Australian Open-Champion ergänzte: „Ich hege keinerlei Groll wegen irgendetwas, das in der Vergangenheit passiert ist. Im Gegenteil, ich freue mich immer darauf, nach Australien zurückzukehren.“

Über die Grenzen des Tennis hinaus

Letzte Frage im australischen TV: „Wofür möchten Sie in Erinnerung bleiben, Welches Vermächtnis möchten Sie (nach Karriereende) hinterlassen?“ Die Antwort des Serben: „Hoffentlich zeigt dieser Film mehr von dieser persönlichen, privaten Seite von mir und meinem Werdegang, meiner Kindheit und Jugend sowie davon, wer ich abseits des Platzes bin (…) Ich sehe also, wie mein Vermächtnis sich wirklich ausweitet und gewissermaßen über das Tennis und das, was ich auf dem Platz erreicht habe, hinausgeht.“ Außerdem sagte Djokovic: „Ich glaube, dass der Sport eine unglaubliche Kraft besitzt, die Welt zu verändern und die Sichtweise der Menschen (…) auf diese zu beeinflussen. Tennis spricht eine universelle Sprache.“

Djokovic: „Hoffentlich erst der Anfang“

Zudem erwähnte Djokovic, dass der Dokumentarfilm „Der Wolf im Winter“ hoffentlich mehr Interesse an seiner Geschichte bei den Leuten wecke. In einer Pressekonferenz spricht er vor Beginn des Masters in Cincinnati über mögliche Fortsetzungen.

Im US-Bundesstaat Ohio sagte Djokovic: „Wir präsentieren einen Teil der Reise beziehungsweise verschiedene Aspekte in einem 90-Minuten-Format, was schön ist, aber meiner Meinung nach etwas kurz, um die ganze Geschichte und die gesamte Reise wirklich zu erzählen.“ Und weiter: „Aber hoffentlich ist das erst der Anfang. Hoffentlich weckt das mehr Begeisterung, Aufmerksamkeit und Interesse bei den Leuten, mehr über meine Geschichte zu erfahren. Er selbst habe Interesse an Fortsetzungen „vielleicht in anderen Formaten“ weiterzuarbeiten.

Lobende Worte fand Djokovic für Regiesseur Jason Hehir: „Ich mag das Geschichtenerzählen sehr und wenn man jemanden wie Jason hat, der bei „The Last Dance“ Regie geführt hat, unglaublich gut in seinem Handwerk ist, ein großartiger Geschichtenerzähler und sehr erfahren im Bereich Sportdokumentationen ist, dann macht das einem das Leben natürlich leichter.“

Die Entstehung des Dokumentarfilms sei eine Herausforderung gewesen, aber habe auch viel Spaß gemacht. Zum Abschluss sagte Djokovic: „Ich bin froh und erleichtert, dass der Film endlich erscheint. Hoffentlich wird er den Leuten gefallen.“

Die Generalprobe in New York war für Djokovic nicht nach Plan gelaufen. Bereits in Runde eins musste der Serbe sich dem Argentinier Thiago Augustin Tirante mit 6:2, 4:6 und 4:6 geschlagen geben.

Sabalenka bestätigt Mixed-Double mit Djokovic

Nächste Station: der letzte Grand Slam des Jahres – die US Open. Im Mixed-Doubles-Event geht er gemeinsam mit Aryna Sabalenka an den Start – Das bestätigte die amtierende Nummer eins im Damentennis in Cincinnati.

„Er hat mich angefleht mit ihm zu spielen“, scherzte Sabalenka bei einem On Court-Interview. Ihr Plan für das Mixed-Event: „Versuchen Spaß zu haben und den Titel zu holen“. Die gute Beziehung zwischen Sabalenka und Djokovic sorgt im Netz immer wieder für Begeisterung und Entertainment, da beide Spieler für ihren Einsatz auf dem Platz und ihren Humor abseits des Courts bekannt sind. Zuletzt sorgten sie bei den French Open mit einem Dance-Battle für gute Laune.

In New York konnte Djokovic im Einzel bereits vier Mal im größten Tennis-Stadion der Welt, dem Arthur Ashe Stadium, triumphieren. In Flushing Meadows will der serbische Profi in diesem Jahr um seinen 25. Grand Slam-Titel kämpfen.

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.