Maja Chwalinska feierte in dieser Saison ihren Durchbruch. Im Frühjahr stand sie im Finale der French Open. Beim aktuellen Asia-Swing beweist die 25-Jährige: Die Performance in Paris war keine Ausnahme. Bei den Wuhan Open steht sie in ihrem ersten WTA-1000-Halbfinale.
Vor den diesjährigen French Open war der Name Maja Chwalinska international noch recht unbekannt. Das änderte sich nach ihrem historischen Lauf in der französischen Hauptstadt. Chwalinska spielte sich über die Qualifikation bis ins Finale von Roland Garros. Ihre Paris-Reise startete sie auf Rang 114. Nach dem Finale, in welchem sie sich gegen die 19 Jahre alte Mirra Andreeva in zwei Sätzen geschlagen geben musste, kletterte sie im Ranking bis auf Rang 21 und schaffte damit erstmals den Sprung unter die Top 100, sogar in die Top 30.
Tief nach Roland Garros
Nach dem großen Roland Garros-Erfolg folgte ein kurzes Tief. Für das nächste Grand Slam-Turnier im Kalender erhielt die Polin eine Wildcard. Eine Wiederholung des Paris-Märchens gab es jedoch nicht. In Wimbledon musste sich Chwalinska in Runde eins geschlagen geben. Die 25-Jährige führte zunächst, rutschte dann beim Matchball aus, verletzte sich am Knöchel und verlor schlussendlich in drei Sätzen.
Nach einer kurzen Verletzungspause kehrte Chwalinska in Toronto zurück auf den Platz, musste sich jedoch erneut in Runde eins geschlagen geben. In Cincinnati erreichte sie Runde zwei. Auch bei den Monterry Open und den US Open schaffte sie es im Einzel nicht über die erste Runde hinaus.
In den Sozialen Medien stempelten einige User das Ergebnis aus Paris schnell als glücklichen Zufall ab und betitelten die French Open-Finalistin als „One Hit-Wonder“. Ähnlich ging es damals Emma Raducanu, die sich als erste Qualifikantin der Open Era in ein Grand Slam-Finale spielte und es 2021 noch einen Schritt weiter schaffte und mit nur 18 Jahren die US Open gewann. Auch sie stand im Anschluss des historischen Laufs unter Druck, an das Ergebnis anzuknüpfen.
Zurück auf Kurs in Asien
Für Chwalinska scheint sich das Blatt mittlerweile gewendet zu haben. Seit Beginn der Asien-Tour befindet sie sich wieder auf Kurs. In Singapur erreichte die Linkshänderin das Halbfinale, in dem sie sich der späteren Siegerin des Turniers, Leylah Fernandez, geschlagen geben musste.
Aktuell läuft das letzte WTA-1000-Turnier der Saison, die Wuhan Open – ein weiterer Erfolgslauf für die Polin. Chwalinska steht nach dem Sieg über Maria Sakkari (6:0, 3:6 und 7:5) erstmals im Halbfinale eines Turniers der 1000-Kategorie. Zuvor hatte sie im Achtelfinale die US-amerikanische Aufsteigerin Iva Jovic, die aktuell auf Rang elf steht, in zwei Sätzen besiegt (6:4, 6:1).
Chwalinska selbst steht aktuell auf Rang 22. Im Live-Ranking kletterte sie bereits auf Rang 16. Den Meilenstein, es unter die 20 besten Spielerinnen der Welt zu schaffen, könnte sie bereits am Montag erreichen. Mit dem zweiten Hardcourt-Halbfinale seit Beginn des Asia-Swings lässt die Linkshänderin die kritischen Stimmen verstummen, die behautet hatten, sie könne nur auf Sand spielen.
Polnisches Duell im Halbfinale: Chwalinska vs. Swiatek
Im Halbfinale wird es ein polnisches Duell geben. Chwalinska wird auf die ehemalige Nummer eins, Iga Swiatek (aktuell steht sie auf Rang neun) treffen. Im Interview, das auf dem YouTube-Kanal Tennis Legends (@Tennis.Legends) veröffentlicht wurde, sagte die 25-Jährige über ein mögliches Duell mit Swiatek (zu dem Zeitpunkt war es noch offen, ob sie auf Ann Li oder ihre polnische Kollegin treffen würde): „Es wäre eine tolle Sache für uns beide und für das polnische Tennis. Wir spielen seit einer langen Zeit zusammen, seit Beginn unserer Karrieren. Sie ist ein großartiger Champion, sie hat alles gewonnen (lacht), es wäre eine große Ehre und ein Privileg, den Court mit ihr zu teilen. Das wäre cool.“
Auch Swiatek zeigte sich nach ihrem Sieg gegen die US-Amerikanerin Ann Li begeistert bezüglich des polnischen Halbfinals: „Ich denke das bedeutet viel für das polnische Tennis. Ich freue mich sehr für Maja, sie hat ihr Spiel dieses Jahr sehr verbessert.“ Am Samstag wird sich auf dem Dongfeng Voyah Center Court zeigen, ob sich Chwalinska mit ihrem taktischen und variantenreichen Spiel durchsetzen kann oder ob sich Swiatek den Einzug in ihr zweites WTA-1000-Finale der Saison sichert. Im August gewann sie in Toronto.
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
