Beim Laver Cup gibt es keine Weltranglistenpunkte – aber ein gutes Preisgeld, plus Antrittsprämien für alle Stars. Was Zverev und Co. beim Team-Event verdienen können.
Der Laver Cup funktioniert anders als ein reguläres ATP-Tunrier. Als kontinentaler Team-Wettbewerb – Europa gegen den Rest Welt – können die Profis keine Punkte für die Weltrangliste einsammeln. Auch deshalb haftet dem Event ein gewisser Showturnier-Charakter an, den die Teilnehmer natürlich stets von sich weisen. Ihnen geht es um den Teamgeist und das Gefühl, als Mannschaft füreinander einzustehen. Für die sonstigen Einzelkämpfer auf der Tour ist das sicher eine lohnende Erfahrung.
Was der Laver Cup mit der gewöhnlichen ATP-Tour aber gemeinsam hat: Es wird ein Preisgeld ausgeschüttet. Doch statt einer gestaffelten Ausschüttung je nach Runde gibt es beim Laver Cup nur eine Möglichkeit das Preisgeld auch wirklich zu bekommen: bei einem Sieg des eigenen Teams. Die Mannschaft, die am Ende den Laver Cup holt, bekommt das komplette Preisgeld. Die Besonderheit dabei: Innerhalb des Sieger-Teams verdienen alle sechs Spieler exakt gleich viel – unabhängig davon, wie viele Matches sie bestritten haben oder ob sie nur im Doppel eingesetzt wurden. In Summe sind das 1,5 Millionen Dollar. Heißt: Jeder Spieler des Sieger-Teams bekommt 250.000 Dollar. Die Spieler des Verlierer-Teams bekommen dagegen gar nichts.
Sie gehen deswegen aber nicht leer aus. Denn neben der offiziellen Gage gibt aber noch eine zweite Verdienstmöglichkeit für Zverev und seine Profikollegen: die Antrittsprämie. Jeder, der insgesamt zwölf teilnehmenden Spieler, erhält eine indivuelle Summe allein dafür, dass er beim Laver Cup dabei ist. Die sogeannte „appearance fee“ ist auch auf der ATP-Tour grundsätzlich gängig – insbesondere bei Turnieren der 500er- und 250er-Kategorie. Dort werden bis zu siebenstellige Summen an die Star-Spieler ausbezahlt. Über die genauen Beträge kann man aber nur mutmaßen.
Laver Cup: Preisgeld nur für das Sieger-Team
Der Laver Cup beschreibt sein Prämien-System für die Spieler auf seiner offiziellen Website unter der Rubrik „Player Compensation“ wie folgt:
„Players are compensated in two ways: 1. Each of the players receives an appearance fee based on their ATP Singles ranking as of the Monday following Roland-Garros. 2. Each of the six players on the winning team receives $250,000 (USD). There is no prize money awarded to members of the losing team.“
Bedeutet: Es gibt die erwähnte Antrittsgage, die sich nach der ATP-Einzelweltrangliste am Montag im Anschluss an das Turnier von Roland Garros richtet und unabhängig von den Leistungen beim Laver Cup ausbezahlt wird. Und es gibt die Sieg-Prämie von pauschal 250.000 US-Dollar pro Spieler des siegreichen Teams. Wie hoch nun die „appearance fees“ beim Laver Cup sind, ist nicht bekannt. Feststeht: Gerade bei den Stars wie Carlos Alcaraz oder Alexander Zverev wird die Summe weitaus höher liegen als die offizielle Sieg-Prämie über 250.000 US-Dollar.
Das Gesamtpreisgeld ist gesunken
Interesannt in dem Zusammenhang ist, dass bis einschließlich 2022 auch die sechs Profis aus dem Verlierer-Team noch ein Preisgeld bekamen – nämlich 125.000 US-Dollar pro Spieler. Seit 2023 sind diese Zahlungen aber ersatzlos gestrichen worden. Für das offizielle Gesamt-Preisgeld des Laver Cups ergibt sich seit dessen Einführung 2017 folgende Entwickung:
Auffällig: Die Sieger-Pauschale von 250.000 Dollar ist seit der ersten Austragung 2017 unverändert geblieben – während das Gesamtpreisgeld durch die Streichung der Verlierer-Prämie um ein Drittel gesunken ist. Wesentlich volatiler sind die Gesamteinnahmen des Laver Cups, die stark vom jeweiligen Spielort abhängig sind. London 2022 soll – wirtschaftlich gesehen – am erfolgreichsten gewesen sein. Laut Guardian konnte damals ein Gewinn von etwa fünf Millionen US-Dollar erwirtschaftet werden.
2023 in Vancouver hingegen verzeichneten die Organisatoren einen Verlust von rund 2,4 Millionen US-Dollar. Und 2024, als die Veranstaltung in Berlin stattfand, schien der Verlust mit lediglich rund 2.600 US-Dollar zunächst deutlich geringer auszufallen. Darin enthalten waren jedoch „Einnahmen außerhalb des Turniers“, also zusätzliche finanzielle Mittel. Ohne diese zusätzlichen Einnahmen hätte der Laver Cup in Berlin 2024 einen Verlust von rund zwei Millionen US-Dollar verzeichnet, schreibt der Guardian.
Alexander Zverev ist Mister Laver Cup
Zurück zum sportlichen Geschehen: Alexander Zverev ist mit seiner siebten Laver Cup-Teilnahme 2026 der Spieler, der am häufigsten bei dem Team-Event aufgelaufen ist. Fünfmal gewann „Mister Laver Cup“ schon den Titel für Team Europe. Nur 2026 zählte er zum Verlierer-Team. Hier seine Bilanz:
Rechnet man die offizielle 250.000-Dollar-Sieger-Pauschale auf diese fünf Titel zusammen, ergibt sich ein Gesamt-Preisgeld von 1,25 Millionen Dollar über die Jahre – im Vergleich zu seinen Preisgeldern, die Zverev etwa 2026 für seine Grand Slam-Titel erhalten hat, mutet diese Summe geradezu mickrig an. Aber: Für alle Teilnahmen am Laver Cup kommt jeweils eine nicht bezifferte Antrittsgage hinzu, die über die Jahre eher gestiegen sein dürfte.
