Die zunehmenden Hitzewellen stellen auch den Schweizer Tennissport vor neue Herausforderungen.
Bereits die bisherigen Temperaturen der Tennissaison 2026 deuten darauf hin, dass sich Tennislehrer, Clubverantwortliche und Spieler verstärkt mit dem Thema Hitzeprävention auseinandersetzen müssen. Laut Meteonews lag die durchschnittliche Monatstemperatur im April 2026 schweizweit 2.6 °C über der Referenzperiode 1991–2020. Zudem weist die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) auf mögliche El-Niño-Bedingungen und weltweit überdurchschnittlich hohe Temperaturen im Sommer 2026 hin.Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das Schweizer Tennis ausreichend auf extreme Hitzetage vorbereitet ist und welche Massnahmen notwendig sind, um Spieler und Coaches zu schützen.
Verantwortung der Tennislehrer und Clubs
Eine Umfrage der SPTA unter Tennislehrer und Wettkampftrainer im Sommer 2025 zeigte, dass sich die Mehrheit bereits Gedanken über den Umgang mit Hitze macht und ihr Verhalten entsprechend anpasst. Dennoch bleibt offen, ob die bisherigen Massnahmen genügen.
Tennisschulleiter tragen Verantwortung für ihre Angestellten, selbständig tätige Coaches zusätzlich für die Sicherheit ihrer Schüler. Da der Tennisunterricht bereits unter normalen Bedingungen hohe Anforderungen stellt, braucht es für Hitzewellen mit Temperaturen über 30 °C klare Richtlinien und Präventionsmassnahmen.
Zentrale Massnahmen zur Hitzeprävention
Für den Schutz von Spieler und Coaches sind verschiedene Punkte entscheidend:
1. Anerkennung von Hitze als Naturgefahr
Hitzeperioden müssen im Tennisbetrieb als ernstzunehmende Gesundheitsgefahr wahrgenommen werden.
2. Kenntnis der rechtlichen Grundlagen
Clubs und Trainer sollten sich mit den Vorgaben zum Schutz von Arbeitnehmenden und Schüler auseinandersetzen, beispielsweise mit den Hitzeplänen des SECO.
3. Anpassung des Trainingsbetriebs
Dazu gehören:
• Beobachtung der physischen und psychischen Verfassung der Spieler
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr,
• konsequenter Sonnenschutz,
• längere Pausen und Kühlmöglichkeiten,
• Anpassung von Trainingsumfang und Intensität,
• Nutzung von Schattenplätzen oder Hallen,
• ggf. Absage oder Verschiebung von Trainings.
4. Erste-Hilfe-Kenntnisse der Coaches
Symptome wie Schwindel, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen oder Schwäche müssen früh erkannt und korrekt behandelt werden können.
5. Nutzung von Wetterinformationen
Wetter-Apps wie jene von MeteoSwiss sollen regelmässig genutzt werden, um frühzeitig auf Extremwetter reagieren zu können.
6. Messung der Temperaturen vor Ort
Die tatsächliche Belastung auf Tennisplätzen oder in Hallen sollte objektiv erfasst werden, da die Temperaturen am Boden deutlich höher sein können als die offiziellen Lufttemperaturen.
Bedeutung der Platzpflege bei Hitze
Neben dem Schutz der Menschen spielt auch die Platzpflege eine wichtige Rolle. Besonders Sand- und Allwetter-Sandplätze benötigen bei anhaltender Hitze eine ausreichende und gleichmässige Bewässerung, um Austrocknung und Schäden am Belag zu verhindern.
Empfohlen wird:
• automatisches Bewässern während der Nacht,
• zusätzliches moderates Wässern vor Spielbeginn,
• Sicherstellung einer konstanten Oberflächenfeuchtigkeit.
Diese Massnahmen verbessern nicht nur die Platzqualität, sondern senken durch Verdunstungskälte auch die Oberflächentemperatur und damit die Hitzebelastung für die Spieler.
Wasserlose Beläge wie Kunstrasen heizen sich dagegen besonders stark auf und können Oberflächentemperaturen von über 50 °C erreichen. Eine kurzfristige Befeuchtung kann hier helfen, die Bespielbarkeit zu verbessern.
Fazit
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt deutlich, dass Hitzetage im Schweizer Tennis künftig häufiger auftreten werden. Zwar beschäftigen sich viele Coaches bereits mit dem Thema, dennoch braucht es verbindliche Richtlinien, Sensibilisierung und konkrete Schutzmassnahmen.
Im Mittelpunkt sollten stets die Gesundheit und das Wohlbefinden von Spieler und Trainer stehen. Leistungsdruck oder wirtschaftliche Interessen dürfen bei
extremen Wetterbedingungen nicht wichtiger sein als der Schutz des Menschen.
