Tamara Korpatsch hat sich ihren Traum erfüllt: Im Finale am Rothenbaum besiegt die Hamburgerin ihre Gegnerin Anna Bondar mit 6:3, 6:3 und gewinnt somit ihr Heimturnier in der Hansestadt.
Es ist ein besonderer Sieg und eine besondere Geschichte: Tamara Korpatsch gewinnt die MSC Hamburg Ladies Open. Die Hamburgerin aus dem Club an der Alster sichert sich ihren zweiten WTA-Titel. Ihren ersten Titel gewann sie 2023 bei den Transylvanian Open in Rumänien.
Historischer Sieg in der Hansestadt
Vor ihrem Heim-Publikum feiert sie zudem einen historischen Turniersieg: Sie ist seit der Tennis-Legende Steffi Graf (1992) die erste deutsche Spielerin, die das Hamburger WTA-Turnier gewinnt. Zudem ist sie die erste Hamburgerin, die das Turnier für sich entscheiden kann – in zwei Sätzen (6:3, 6:3) sichert sich die 31-Jährige den Sieg und wird zum „Hometown“-Champion.
Ihr bestes Ranking – Nummer 71 der Welt – stellt sie ein. Im WTA-Ranking springt sie sogar auf Platz 46. Damit ist sie erneut die deutsche Nummer eins.
Zu Beginn der Turnierwoche sei der Sieg beim WTA-250er für Korpatsch „ein sehr großer Traum“ gewesen. Die Hamburgerin sagt in ihrer Heimat: „Und der Traum ist wirklich wahr geworden. Ich freue mich sehr darüber.“
Ihre Gegnerin im Finale, Anna Bondar, hat ebenfalls eine besondere Bindung zur Hansestadt. 2024 wurde die Ungarin Hamburg-Champion im Einzel und im Doppel. Im Vorjahr war die 29-Jährige ebenfalls Finalistin und musste sich der Französin Loïs Boisson geschlagen geben.
Korpatsch und Bondar trafen auf der WTA-Tour bereits fünfmal aufeinander – dabei konnte die deutsche Profispielerin alle Matches für sich entscheiden.
Hamburg freut sich für Korpatsch
Man konnte es spüren, wie sehr Tamara Korpatsch auf dem Hamburger Centre Court für ihren Heim-Titel kämpfte. Als sie ihren ersten Matchball direkt nutzte, jubelte das Publikum in der, an Finaltag etwas verregneten, Hansestadt. Mit rund 4.000 Zuschauern war das Stadion gut gefüllt.
Sowohl bei ihrer Siegesrede als auch in einem anschließenden Instagram-Video bedankte sich Korptasch für die Unterstützung: „Ich bin super stolz darauf, dass ich mein Heim-Turnier gewinnen konnte. Und ich würde mich gerne bei allen bedanken für den Support – ohne euch hätte ich es nicht geschafft!“
Neben ihrer Familie war auch Tamaras Hündin Stella im Stadion des Hamburger Rothenbaums anwesend – ihr vierbeiniger Glücksbringer scheint einen guten Job geleistet zu haben.
Die ehemalige Profispielerin und Turnierbotschafterin der Hamburg Open Andrea Petkovic sagt über den Sieg der Hamburgerin aus dem Club an der Alter: „Sie stand ein bisschen im Schatten und deswegen ist es jetzt wirklich fast schon zu schön um wahr zu sein, (…) dass sie diesen großen Triumph für sich feiern konnte und für uns als Turnier ist es natürlich auch eine unglaubliche Geschichte.“
Korptaschs Weg ins Profi-Tennis: Eine besondere Geschichte
Nicht nur der Sieg bei den Hamburg Open, sondern auch der Weg dorthin ist speziell. Turnierveranstalterin Sandra Reichel sagte im Anschluss an das Match: „Mit der Tamara Korpatsch freue ich mich natürlich extrem weil sie es natürlich nie so leicht hatte und jetzt zu Hause auf „ihrem Centre-Court“ das Turnier zu gewinnen – das ist wie ein Märchen glaube ich.“
Die 31-Jährige schaffte den Weg ins Profi-Tennis ohne finanzielle Förderung, dafür aber mit einem engen familiären Zusammenhalt und viel Willensstärke. Trainiert wird Korpatsch von ihrem Vater Thomas.
Das waren die MSC Hamburg Ladies Open 2026
Mit dem finalen Sonntag endeten die diesjährigen Hamburg Ladies Open. Insgesamt acht deutsche Spielerinnen starteten im Hauptfeld des Turniers an der Alster. Über die Qualifikation schafften es Jule Niemeier und Mona Barthel ins Hauptfeld.
Tessa Brockmann, Julia Stusek, Nastasja Schunk und Valentina Steiner gelangten über eine Wildcard ins Main Draw. Tamara Korpatsch und Noma Noha Akugue, die 2023 im Finale am Hamburger Rothenbaum stand, schafften es über ihr WTA-Ranking in das 32er-Feld.
Ehemalige Nummer zwei auf Hamburger Centre-Court
Auch Paula Badosa schlug am Hamburger Rothenbaum auf. Nach einem schwierigen Start in die Saison hatte sich die 28-Jährige nach dem Sieg im schwedischen Bastad und dem Finale bei den Iasi Open in Rumänien zurück in die Top 100 gekämpft – definitiv ein Highlight, die ehemalige Nummer zwei der Welt auf dem Hamburger Centre Court spielen zu sehen. Mit einem Ass mit 189 km/h konnte sie das Match gegen Panna Udvardy gewinnen und erreichte das Viertelfinale.
Erneutes Duell: Badosa vs. Sherif
In der Runde der letzten acht Spielerinnen traf Badosa erneut auf Mayar Sherif. Die Finalistinnen aus Iasi, Rumänien waren nach dem Finale gemeinsam nach Hamburg gereist. Zu einer geglückten Revanche kam es jedoch nicht. In Iasi gab Badosa das Finale in Satz zwei auf. In Hamburg musste sich die 1,80 Meter große Spanierin erneut geschlagen geben. Sherif gewann in drei Sätzen, darunter zwei Satz-Tiebreaks, das Match und zog ins Halbfinale am Hamburger Rothenbaum ein.
Walkover im Viertel- und Halbfinale
Für Sherif endete ihre Reise in der Hansestadt unverhofft im Halbfinale gegen Hamburg-Champion Tamara Korpatsch. Sie musste das Match vorzeitig beenden und gab verletzungsbedingt in Satz zwei bei einem Stand von 1:6 und 0:2 auf.
Ähnlich ging es der an eins gesetzten Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa. Sie konnte ihr Viertelfinale gegen die armenische Qualifikantin Elina Avanesyan aufgrund einer Bauchmuskel-Verletzung nicht antreten. Avanesyan verlor schlussendlich im Halbfinale gegen die Finalistin Anna Bondar.
Showmatch: Hingis vs. Petkovic
Auch zwei ehemalige Profis schlugen am Hamburger Rothenbaum auf: Andrea Petkovic und Martina Hingis lieferten sich vor dem Einzel-Finale einen Showkampf, den die Schweizerin in drei verkürzten Sätzen gewann.
Hingis hatte beim Hamburger WTA-Turnier in ihrer Profikarriere zwei Mal gesiegt: in den Jahren 1989 und 2000.
Mit dem, an das Show-Match anschließenden, Finalsieg der Hamburgerin Tamara Korpatsch in der Hafenstadt schreibt die 31-Jährige nicht nur Geschichte, sondern auch ein besonderes Ende der diesjährigen MSC Hamburg Ladies Open.
