Mit dem richtigen Fokus und der dazu passenden Trainingsstruktur könnten Breitensportler viel mehr aus ihrem Tennistraining herausholen.

Tennis-Profis wissen, worauf es im Training ankommt, oder? Hinzu kommt, Sie umgeben sich gezielt mit einem Team aus Experten, welches Knowhow in den unterschiedlichsten Bereichen hat. Allein dadurch wird der Trainingseffekt maximiert.

Diesen Luxus können sich Breitensportler allerdings in der Regel nicht leisten. Sie sind stattdessen sehr stark vom eigenen Umfeld abhängig und teilweise geprägt. Also von den Freunden, Mannschaftskollegen, anderen Mitgliedern und Trainern im Verein.

Dabei dürfen wir nicht vergessen: Tennisspieler auf Hobby-Ebene haben einen ganz anderen Bezug zum Sport. Normalerweise werden die wenigen Trainingseinheiten pro Woche irgendwo zwischen Karriere, Familie, Haus und Hund untergebracht. Wenn überhaupt Zeit dafür bleibt und das Tennis nicht gänzlich hinten runterfällt.

„Viel hilft viel”, aber ohne Strategie

Die Spieler, welche genügend Zeit finden oder sich diese gezielt nehmen, trainieren hingegen oft nach dem Motto „Viel hilft viel„. Nur leider stellt das keine durchdachte Strategie zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten dar. Weder im Tennis-Kontext noch in anderen Lebensbereichen.

Aus meiner Praxiserfahrung muss ich leider sagen, dass im Breitensport nur die wenigsten Spieler gezielt und strategisch vorgehen. Ihre Entwicklung scheitert meistens bereits am Modell des Gruppentrainings. Ein in Deutschland gern genutztes Konzept.

Mit dem sich Kapazitätsengpässe durchaus entgegenwirken lassen. Dabei bleibt allerdings der Effekt für den Einzelnen auf der Strecke. Zumindest in der Form, wie es flächendeckend in den Vereinen gelebt wird.

Mit dem richtigen Fokus und der dazu passenden Trainingsstruktur könnten Breitensportler jedoch viel mehr aus den wöchentlichen Sessions herausholen. Worauf ich schon seit vielen Jahren im Sandplatz Tennis Blog hinweise. Denn meine Philosophie ist schon immer: Wer hart arbeitet und weiß, was er tut, erntet die Früchte dafür!

Tennistraining: So maximieren Breitensportler den Nutzen

Ausschlaggebend für ein gewinnbringendes Training, ist jedoch – anders als die meisten glauben – nicht die Anzahl der Trainingsstunden. Viel wichtiger ist der Fokus, ohne den ein Spieler nur ineffiziente Vorgehensweisen massenhaft wiederholt. Was nicht nur im Profi-Bereich gefährlich ist, sondern genauso im Breitensport.

Bedauerlicherweise werden gerade Anfänger im Tennis häufig nicht engmaschig genug begleitet. Was über mehrere Ebenen hinweg auffällt. Beispielsweise kennen sich Spieler in der Regel gar nicht mit den Eigenschaften der Schläger aus. Ein Grund, warum es sich lohnt, entsprechende Guides zu konsumieren, wie zum Beispiel den Racket Radar Tennisschläger Ratgeber.

Neben dem Equipment gehören Taktik, Athletik und Mentalität ebenfalls nicht zwingend zu den Kernkompetenzen der Breitensportler. Die Trainer in den Vereinen zeigen den Spielern zwar anfangs grundlegende Techniken und stehen unterstützend zur Seite. Taktik- oder Athletiktraining bieten nur die richtig guten Trainer an.

Für die mentalen Aspekte im Training sind oft spezielle Zusatzangebote notwendig, da diese auch im modernen Tennis noch keine große Berücksichtigung im Alltag finden. Obwohl die mentale Stärke im Match bekanntermaßen die Ergebnisse nachhaltig beeinflusst. Nicht umsonst erfreuen sich Inhalte wie vom Mentaltrainer Marco Kühn (Tennis-Insider) großer Beliebtheit.

Einzeltraining deutlich effizienter

Leider investieren die wenigsten Freizeitspieler mehrmals wöchentlich in ein Einzeltraining mit Trainer. Zum einen aus finanzieller Sicht. Andererseits weil nicht immer Kapazitäten vorhanden sind oder nicht der Leistungsaspekt im Vordergrund steht. Am Ende schließen sich viele Spieler einem nicht so effizienten Gruppentraining an.

Treffen sich zusätzlich vielleicht noch in regelmäßigen Abständen mit anderen Vereinsmitgliedern, um zu spielen. Dabei konzentrieren sich die Beteiligten jedoch selten auf Athletik, Taktik, Spielzüge, mentale Stärke oder dem effektiven Aufbau von gewinnbringenden Trainingsstrukturen.

Erfahrungsgemäß werden eher Trainingsmatches gespielt. Diese sind zwar nicht ganz unwichtig, dem Entwicklungsprozess geben sie aber keinen derartigen Boost, wie strukturierte Trainingsabläufe.

Das Schlimmste, die Breitensportler meinen, ein effektives Tennistraining zu betreiben. Im Endeffekt entspricht das jedoch nicht der Realität. Aus diesem Grund möchte ich nachfolgend in aller Kürze aufzeigen, wie sich der Nutzen mit einfachen Mitteln maximieren lässt.

Jede Trainingseinheit sollte ein Ziel verfolgen

Das Wichtigste zuerst: Immer, wenn Du auf den Platz gehst, solltest Du einen Plan haben, woran Du arbeiten willst. Wer planlos auf den Court geht, läuft Gefahr, am Ende doch wieder ohne Fortschritt nach Hause zu fahren.

Solche Ziele könnten sein:

- bei kurzen Bällen konsequent Netzangriffe starten

- eine höhere Flugkurve spielen, um Netzfehler zu vermeiden

- die Bälle früher / im Feld nehmen, um Druck aufzubauen

- bestimmte Techniken häufiger gezielt in den Ballwechseln verwenden (z. B. Slice oder Topspin)

- mehr Winkel erzeugen, um das Feld zu öffnen

- und Vieles mehr!

Hinweis: Setze Dir nicht zu viele parallele Ziele. Das sorgt eher für Verwirrung, als dass es einen Nutzen hat. Lieber weniger Ziele, diese jedoch konsequent umsetzen.

Tennistraining: Stärken und Schwächen berücksichtigen

Ein ebenfalls oft unterschätzter Hebel beim Tennistraining sind die eigenen Stärken und Schwächen. Baue Dir unbedingt Strukturen um Deine Spielweise herum auf. Finde einen guten Mix aus dem Training Deiner Stärken und dem Verbessern Deiner Schwächen.

Warum Rückhand Topspin in Übungen einstudieren, wenn Dein Spiel auf der Rückhand fast ausschließlich auf einen tiefen Slice ausgerichtet ist? Das macht nur wenig Sinn! Andererseits setzt dieser Ansatz voraus, Du kennst Deine Stärken und Schwächen haargenau. Daran scheitern viele Breitensportler nämlich schon.

Mach Dir daher vor der Planung einer Trainingsstruktur Gedanken über Dich und Deine Spielweise! Eine Mindmap mit Stärken und Schwächen kann wahre Wunder bewirken. Dafür gibt es unzählige kostenlose Tools, wie Canva. Unterstützend stell Dir u.a. folgende Fragen:

- Welche sind Deine Lieblingsschläge?

- Mit welchem Spielmuster machst Du die meisten Deiner Punkte?

- Was kannst Du zu 100 Prozent abrufen, wenn Dich Dein Trainer nachts aufweckt?

- Womit kann Dich der Gegner zur Weißglut bringen?

- Wie sehen Deine typischen Fehler in einem Match aus?

- Hast Du bereits Spielmuster, mit denen Du Ballwechsel häufig dominierst?

Bist Du unsicher über Deine Stärken und Schwächen? Dann hol Dir unbedingt Hilfe bei der Einordnung. Beispielsweise von Freunden, Mannschaftskollegen oder dem Trainer! Häufig können diese Deine Stärken und Schwäche viel objektiver einschätzen.

Tennistraining: Integriere matchnahe Situationen

Sehr schön, Du kannst den Ball von unten einspielen und 50-mal durch die Mitte an die T-Linie spielen. Im Match bringt Dir das aber reichlich wenig. Dein Gegner wird Dir dort kaum den Ball immer wieder mittig in die Nähe der T-Linie auf dem Silbertablett präsentieren. Im Gegenteil sogar, für die mittigen Schläge wirst Du regelmäßig bestraft.

Darum benötigst Du im Training den Fokus auf Spielsituationen, welche Dir im Match tatsächlich begegnen! Aufschlag und Return sind gute Beispiele. Wenige Breitensportler integrieren beides ins alltägliche Spielen. Es sind faktisch jedoch die wichtigsten Schläge. Genauso wie die beiden darauffolgenden Bälle, weil 70 Prozent aller Ballwechsel bereits nach ein bist vier Schlägen beendet sind. (Quelle: researchgate)

Warum also ellenlange Rallys bis zum Erbrechen trainieren? Mal ist das in Ordnung, weil Tennis ein Fehlersport ist und Konstanz wichtig ist. In jeder einzelnen Einheit bringt Dich das strukturell nicht weiter und ist völlig am Wettbewerb vorbei trainiert.

Wenn Du noch tiefer in potenzielle Übungen und Trainingsstrukturen eintauchen willst, dann empfehle ich Dir den Sandplatz Tennis Trainings Leitfaden. Er hilft Dir zu verstehen, wie Du Deine Herangehensweise als Breitensportler grundlegend ändern solltest, wenn Du nicht stagnieren möchtest.

Breitensportler fokussiert euch!

Die Änderung des Trainings-Fokus ist ein echter Gamechanger im Tennis Breitensport! Es ist eine gewisse Planung und Disziplin notwendig. Doch mit einfachen Mitteln lassen sich schnell erste Erfolge erzielen. Besseres Training bedeutet in der Regel bessere Ergebnisse im Wettkampf.

Darauf willst Du doch wohl nicht verzichten?

Wenn Du weiter auf der Stelle treten und am Wochenende bei den Medenspielen wieder knapp gegen Gegner verlieren willst, die Du eigentlich schlagen kannst, dann geh zum Gruppentraining. Trink hinterher 5 alkoholische Getränke. Setz Dir keinen Fokus im Training. Mach weiter wie bisher.

Anderenfalls kennst Du jetzt den Gamechanger für Deine Entwicklung: Dein Fokus! Aber verrat es keinem weiter. Nicht, dass noch alle Breitensportler zu Trainingsweltmeistern heranwachsen!

Über den Autor

Er lernte Tennis als Autodidakt, wurde immer besser und entdeckte so seine größte Leidenschaft. Als Tennis-Blogger teilt Ronny Schneider sein umfangreiches Wissen. Wer mehr über die Inhalte des Tennis-Bloggers Ronny Schneider erfahren möchte, sollte bei www.sandplatz-tennis.de vorbeischauen.