Carlos Alcaraz gelang die Titelverteidigung bei den Japan Open in Tokio. Im Finale besiegte er den Tschechen Jiri Lehečka mit 7:6 und 6:4.

Nach seiner mehr als viermonatigen Verletzungspause hat Carlos Alcaraz seinen ersten Titel seit dem Australian Open-Sieg im Februar gewonnen. In zwei Sätzen setzte sich der Spanier gegen Jiri Lehečka durch, der aktuell auf Rang 19 der ATP-Weltrangliste steht. Somit konnte Alcaraz seine 500 Punkte aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen.

Alcaraz: „langer Prozess mit Höhen und Tiefen“

Im seiner Dankesrede im Anschluss des Matches reflektierte der 23-Jährige die vergangenen Monate: „Seit meiner Verletzung ist wirklich viel Zeit vergangen – es war ein wirklich langer Prozess, ein langsamer Prozess, mit Höhen und Tiefen, Zweifeln, aber auch wirklich guten Momenten.“ Seinem Team dankte der zweifache Tokio-Sieger für: „Die harte Arbeit, die alle für mich geleistet haben, damit ich bereit bin, in guter Form bin und körperlich fit für mein Comeback bin.“ Außerdem bedankte er sich für: „Alles, was ihr getan habt – nicht nur in dieser Zeit, sondern immer, indem ihr hinter mir steht, mich unterstützt und alles tut, was nötig ist, damit ich besser werde und das nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon.“

Bei den US Open im vergangenen Monat kehrte Alcaraz erstmals nach seiner Auszeit zurück auf den Court. Zunächst mit Serena Williams im Mixed-Wettbewerb, in welchem das Duo es bis in Runde zwei schaffte. Im Einzel konnte der Spanier sich bis ins Viertelfinale spielen, welches er in fünf Sätzen und einer Dauer von vier Stunden und 28 Minuten gegen den späteren Finalisten Ben Shelton verlor.

Alcaraz über Titel in Tokio: „Es ist etwas ganz Besonderes“

Der Sieg bei seinem zweiten Turnier nach dem Comeback sei etwas besonderes, erzähle Alcaraz: „Ich freue mich riesig, wieder einen Pokal in die Höhe halten zu können. Das ist schon eine Weile her. Und nach meiner Verletzung ist das natürlich etwas ganz Besonderes. Mein Comeback beim zweiten Turnier, an dem ich teilgenommen habe – da bedeutet es mir sehr viel, einen Pokal zu gewinnen“, sagte die Nummer drei der Welt.

Dennoch sei ein Comeback nicht einfach. Alcaraz berichtete über negative Gedanken, während der Verletzung: „Man macht sich Gedanken darüber, ob man wieder ganz gesund zurückkommt, ob man wieder so sein wird wie zuvor. Ob ich den Ball wieder normal schlagen kann, ohne überhaupt gespielt zu haben. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf, aber ich habe versucht, diese Gedanken zu verdrängen.“

Er habe in Japan nicht sein bestes Tennis beziehungsweise sein bestes Level gezeigt, dennoch: „Ich habe die richtigen Lösungen gefunden und darauf kommt es letztendlich an: die wichtigsten Punkte so gut wie möglich zu spielen – und das ist mir diese Woche gelungen, deshalb bin ich einfach nur glücklich. Ich würde sagen, das heutige Spiel war das beste der Woche oder zumindest dasjenige, bei dem das Spielniveau am konstantesten war.“

Um künftig Verletzungen vorzubeugen, sagte der Spanier bereits in New York: „In Zukunft werde ich einige Pausen einlegen, einige längere Pausen. Wahrscheinlich nicht für vier Monate, aber für einen oder zwei Monate. Ich werde einige Turniere auslassen, weil es einfach nicht möglich ist, alle zu spielen.“

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.