Aryna Sabalenka kehrt als Titelverteidigerin nach New York zurück und muss um ihr Ranking als Nummer eins kämpfen. Vor Turnierstart spricht die 28-Jährige in New York über die Höhen und Tiefen der bisherigen Saison. Ihr Mindset: Aus den Niederlagen wird sie stärker hervorgehen.

Aryna Sabalenka startete mit dem Finale bei den Australian Open gut in die Saison. Im März gewann sie mit Indian Wells und Miami das legendäre Sunshine-Double. Darauf folgten, für ihre Verhältnisse, frühe Niederlagen in den Turnieren. In Paris musste sie sich im Viertelfinale geschlagen geben, in Wimbledon im Achtelfinale.

In den vergangenen Wochen war es der Weltranglistenersten nicht gelungen, ein gutes Momentum für die US Open aufzubauen. „Es war nicht die beste Phase“, sagte die 28-Jährige in Bezug auf die vergangenen Wochen und ergänzte: „Ich hatte mit verschiedenen Dingen zu kämpfen.“

Sabalenka: „Nur eine Frage der Zeit, bis ich zurückkomme“

Sabalenkas Markenzeichen ist ein Tiger – unterkriegen lässt sie sich nicht: „Diese harten Lektionen werden mich definitiv stärker machen und dazu bringen, noch härter zu arbeiten. Ich arbeite an meiner mentalen Seite des Spiels. Ich habe versucht, mich mental neu zu sortieren und besser zurückzukommen – es wird mich nur stärker machen. Es ist nur eine Frage der Zeit für mich, bis ich zurückkomme.“

Ihr Plan lautet deshalb: „Ich werde mich auf mich selbst konzentrieren, mein Bestes geben und dann sehen, was am Ende des Turniers passiert.“ Zwei ihrer Vier Grand Slam-Titel feierte Sabalenka im Big Apple – 2024 und 2025. In diesem Jahr kehrt sie erneut als Titelverteidigerin zurück und kämpft in New York um den dritten Sieg in Folge.

In New York trat Sabalenka im Vorfeld der US Open im Podcast-Format „The Run-Through with Vogue“ auf und ging genauer auf ihr Mindset ein.

„Als Sportler erlebt man Höhen und Tiefen (…) Hoffentlich ist der Tiefpunkt hinter mir und es geht wieder bergauf“, sagte die zweifache US Open-Gewinnerin bei der Live-Aufnahme des Podcasts.

Im Mai war Sabalenka auf dem Cover der Vogue zu sehen. In ihrer Cover Story sagte sie in Bezug auf das Verlieren von Matches: „Es ist ein Lernprozess. Wenn es mir egal wäre und ich einfach sagen würde ,weiter zum Nächsten‘, würde ich nichts lernen.“ Dieser Meinung ist Sabalenka noch immer. „Manchmal muss man tausend Mal verlieren, um etwas Großes zu gewinnen. Ich versuche den Weg mit allen Höhen und Tiefen zu genießen und besser zu werden. Der Prozess des Lernens und Verlierens wird nicht ewig andauern. Man muss Hindernisse überwinden und daraus lernen – dann geht es wieder bergauf“, sagte die Nummer eins.

Besonders wichtig sei für Sabalenka ihr Team. Ein Ratschlag von ihr lautet: „Umgib dich mit guten Menschen. Mit Menschen, bei denen du dich sicher und glücklich fühlst und mit Menschen, die immer für dich da sind, egal was passiert.“

Die Hosts erwähnen in New York unter anderem Sabalenkas Coach, Anton Dubrov, der die Weltranglistenerste seit ihrem 14. Lebensjahr kennt: „Er sagte, du hättest ständig mit den Trainern diskutiert und gezeigt, wer du bist“, so die Gastgeber. Dazu sagte die 28-Jährige: „Wann immer ich das Gefühl habe, dass ich für mich selbst einstehen muss, werde ich das auch tun – selbst wenn ich es hinterher vielleicht bereuen werde.“ Außerdem: „Es ist definitiv nicht einfach, mit mir zu arbeiten, aber es gibt auch gute Seiten an mir, abgesehen von dieser verrückten Person, die unbedingt gewinnen will.“

Sabalenka: „Ich werde nie ganz die Kontrolle haben“

Auf dem Court ist Sabalenka für ihre Intensität, ebenso wie für ihre ungefilterten Emotionen bekannt. Im Interview mit dem Time Magazine sagte sie kürzlich: „Ich werde nie ganz die Kontrolle haben.“ Ihre Emotionen in sich zu behalten, funktioniere für die vierfache Grand Slam-Siegerin nicht. „Wenn ich diese Negativität in mir behalte, wächst sie immer weiter. Es zerstört einen von innen heraus, bis man keine Energie und Kraft mehr hat, um im Match zu kämpfen“, sagte sie. Im Gespräch mit dem ehemaligen amerikanischen Profispieler Andy Roddick sagte Sabalenka in New York: „Ich habe beschlossen: Wenn ich schreien muss, wenn ich den Schläger schmeißen muss, dann werde ich es tun, solange ich niemanden in meiner Umgebung verletze.“

In New York muss Sabalenka um ihre Position an der Spitze der Weltrangliste kämpfen. In Flushing Meadows konkurriert sie mit Elena Rybakina (2), Jessica Pegula (3) und Coco Gauff (4) um Rang eins. Ihr Erstrunden-Match spielt Sabalenka am Montag gegen die Kolumbianerin Camila Osorio, die aktuell auf Rang 58 der Weltrangliste steht.

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.