Alexandra Eala steht aktuell im Halbfinale der Mubadala DC Open in Washington. Im Viertelfinale besiegte sie Elina Svitolina mit 6:3 und 6:4. Bereits die Gras-Saison verlief erfolgreich für die 21-Jährige. Unterstützt wird Eala von einer immer größer werdenden Fan-Gemeinde.

Im Viertelfinale siegt Alexandra Eala über die Nummer zehn der Welt Elina Svitolina – es ist der sechste Sieg gegen eine Top-Ten Spielerin in der laufenden Saison. Im Interview mit der Streaming-Plattform Tennis Channel reflektiert Eala ihren Sieg.

Die philippinische Spielerin verrät, wie sie es schafft, sich gegen Spielerinnen, die an der Spitze der Weltrangliste stehen, durchzusetzen: „Training, Vorbereitung, Übung, die richtige Einstellung, der Wille zu gewinnen, Durchhaltevermögen und der Versuch, Lösungen zu finden.“ In all dem sei sie noch nicht perfekt. „Aber genau das ist es, wonach ich strebe“, sagt Eala gegenüber der Streaming-Plattform. Die Linkshänderin selbst, beschreibt ihren Spielstil als „mutig und flexibel“.

„Ich versuche, eine vielseitige Spielerin zu werden. Das ist eines der Dinge, an denen ich gearbeitet habe: verschiedene Lösungsansätze zu finden, geduldig zu sein und zu vermeiden, eine eindimensionale Spielerin zu sein“, sagte die Profispielerin, die mit 13 Jahren für ihre Tennis-Ausbildung nach Mallorca zog.

Eala wird zum Publikumsliebling

Es scheint, als würde Alexandra Eala sich auf der Überholspur befinden: Auf dem Hardcourt in Washington DC überzeugt sie mit soliden Leistungen und feiert gute Ergebnisse. Neben dem Court erfährt sie jede Menge Unterstützung und wird zum „Publikums-Liebling“. Die Philippinerin selbst beschreibt die Stimmung beim Abendmatch gegen die Ukrainerin: „Ich fühle mich so geliebt, die Stimmung war elektrisierend, es hat super viel Spaß gemacht.“

Eala, die in der Rafa Nadal-Academy auf Mallorca ausgebildet wurde, hat sich durch ihre sportlichen Leistungen eine Plattform und eine wachsende Fangemeinde aufgebaut. Die junge Profispielerin fungiert als Vorbild. Auf die Frage des Tennis Channel-Hosts, welchen Ratschlag sie einem jungen Mädchen aus den Philippinen, die zu ihr aufschaut, geben würde, antwortet die Nummer 28 der Welt: „Träume sollten groß sein. Ich denke, man kann sich von vielem inspirieren lassen, egal ob ich es bin oder jemand anderes, um die beste Version seiner selbst zu werden, weil man nie weiß, wohin es einen führen wird.“

Top 25 der Welt: Neuer Meilenstein für Eala

Durch das Erreichen des Halbfinals in Washington stellt Eala ihr bisher bestes Ranking (28) ein und erreicht einen neuen Meilenstein: Laut dem Live-Ranking wird sie am Montag den Sprung unter die Top 25 schaffen. „Das klingt surreal, aber ich bin super stolz darauf“, sagt die in Quezon City geborene Profispielerin.

Begleitet wird das Tennis Channel-Interview von „lets Go, Alex“-Rufen der vielen Fans und Zuschauer aus dem Hintergrund. Besonders in ihrer Heimat, den Philippinen, erfährt die 21-Jährige viel Zuspruch. Warum ihr Erfolg für die Philippiner so bedeutend ist, hatte Eala bereits vor ein paar Monaten im „Served with Andy Roddick“-Podcast erklärt.

Eala: „Es macht uns glücklich, wenn andere Philippiner Erfolg haben“

Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft seien auf den Philippinen besonders. „Ich muss sagen, ich habe noch keine andere Nationalität kennengelernt, die dieses Gemeinschaftsgefühl hat“, erzählte Eala dem Ex-Profi Andy Roddick. „Und ich glaube, wenn wir sehen, dass andere Philippiner Erfolg haben, macht uns das glücklich“, schlussfolgerte die 21-Jährige und ergänzte: „Wir sind stolz darauf, woher wir kommen.“

Im Inselstaat gilt Eala mittlerweile als Sport-Idol: Sie ist die erste Tennisspielerin aus den Philippinen, die es in die Top 50 der WTA-Weltrangliste geschafft hatte.

Rekord in Wimbledon

Einen weiteren Rekord hatte Eala in Wimbledon aufgestellt: Als erste philippinische Spielerin erreichte sie die dritte Runde eines Grand Slam-Turniers. Ihr Debüt auf dem Centre Court von Wimbledon gab sie im Jahr 2025. Dort verlor sie in der ersten Runde gegen die damalige Titelverteidigerin Barbora Krejčíková (Wimbledon Champion 2024) in drei Sätzen.

In diesem Jahr traf Eala erneut auf eine Titelverteidigerin auf dem Centre Court. Gegen die sechsfache Grand Slam-Siegerin Iga Swiatek setzte sie sich in zwei Sätzen (7:6, 6:2) durch und sorgte für eine der größten Überraschungen beim bekanntesten Tennis-Turniers der Welt.

Das Foto des Jahres?

Das Foto von Eala, auf welchem sie mit vollem Körpereinsatz, fast liegend, den Ball erreicht, ging im Netz viral. Fans sehen es als Anwärter für das Sportfoto des Jahres. Es vereine Entschlossenheit und Kampfgeist.

Im Achtelfinale musste sich Eala dann der Italienerin Jasmine Paolini in drei Sätzen geschlagen geben.

Im Podcast der ehemaligen Nummer Eins Andy Roddick sagte Eala, dass es ein Traum von ihr gewesen sei, auf dem Centre Court von Wimbledon zu spielen – der größere Traum sei dann noch eines Tages das bekannteste Rasenturnier der Welt zu gewinnen. Einen kleinen Vorgeschmack gab es schon: Eala gewann vor Wimbledon die Birmingham Open und damit ihren ersten Titel auf Gras.

Kritik an Ealas Aufschlag

Ein Schlag der 21-Jährigen steht allerdings besonders in der Kritik: ihr Aufschlag. Die ehemalige Doppel-Weltranglistenerste Rennae Stubbs, die bereits mit Tennis-Legende Serena Williams zusammenarbeitete, äußerte in ihrem Podcast, dass Ealas Aufschlag zu schwach sei, um ein Grand Slam-Turnier zu gewinnen.

Auch die ehemalige Weltranglistenerste Caroline Wozniacki sagte gegenüber der Online-Plattform Tennis365 über Ealas Aufschlag: „Da liegt ihr größter Verbesserungsbedarf.“ Ansonsten lobt die Dänin das Spiel und die Mentalität der Linkshänderin: „Ich mag ihre Einstellung, ich mag es, dass sie über ein großartiges Tennis-Verständnis verfügt und ich glaube, wir werden noch viele, viele Jahre von ihr hören.“

Eala: „Ich stehe gerade erst am Anfang“

Eala ist sich bewusst, dass der Weg an die Spitze herausfordernd ist. Im On-Court-Interview vor ihrem Halbfinale sagte sie: „Ich habe so viel über die Tour gelernt, über mich selbst, darüber, was es braucht, um dieses Niveau zu halten – sowohl körperlich als auch mental –, und einfach darüber, wie viel Einsatz man aufbringen muss, um mit diesen Top-Spielerinnen mithalten zu können und dort zu bleiben. Das ist definitiv ein langer Prozess. Ich stehe gerade erst am Anfang dieses Lernprozesses.“

Im Halbfinale spielt die 21-Jährige gegen die vierfache Grand Slam-Siegerin und ehemalige Nummer eins Naomi Osaka.

Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.