Alexandra Eala sorgt auch in New York für gefüllte Zuschauerränge. Mit Forbes sprach die 21-Jährige über ihren wachsenden Bekanntheitsgrad und die damit verbundenen Herausforderungen.
Alexandra Eala spielt ihre bisher erfolgreichste Saison. Sie gewann ihren ersten WTA-Titel in Washington D.C. und steht mittlerweile auf Rang 18 der Weltrangliste. In ihrer Heimat, den Philippinen, ist sie schon jetzt, mit nur 21 Jahren, die erfolgreichste Tennisspielerin in der Geschichte des Inselstaats. Die Fan-Gemeinde von Eala scheint stetig zu wachsen – das zeigt sich auch aktuell in New York. Vor Turnierstart in Flushing Meadows sprach sie mit Forbes, einem US amerikanischen Wirtschaftsmagazin, darüber, welche Veränderungen ihr wachsender Bekanntheitsgrad mit sich bringt.
Der Umgang mit Social Media
Neben einem „hektischeren Zeitplan“ hätte sich beispielsweise der Umgang mit Social Media für die 21-Jährige verändert. In dem ungefähr 20 Minuten langem Interview auf dem Forbes YouTube-Kanal sagte Eala: „Ich musste definitiv lernen, einen neuen Umgang mit den Sozialen Medien und meinem Handy zu finden, und einfach ein bisschen verantwortungsbewusster damit umgehen.“ Mittlerweile folgen 1,9 Millionen Menschen der Philippinerin auf Instagram und etwa 800.000 Personen folgen ihrem TikTok-Account.
Über ihre wachsenden Follower-Zahlen sagte Eala: „Man muss herausfiltern, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet.“ Auch die Anzahl der Nachrichten hätte sich vervielfacht: „Jetzt dauert es ewig, bis ich manchen Leuten antworte.“
Star-Status auf den Philippinen
Nicht nur in den Sozialen Netzwerken, auch auf den Turnieren erfährt Eala viel Support. In vergangenen Interviews betonte Eala immer wieder, wie stolz sie auf ihre Herkunft sei und darauf, die philippinische Kultur zu vertreten. Nach ihrem Wimbledon-Erfolg (Die 21-Jährige erreichte als erste Philippinerin das Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers), reiste sie in ihre Heimat.
Bereits am Flughafen sei sie von großen Menschenmengen empfangen worden. Gegenüber Forbes sagte Eala: „Das ganze Terminal war voller Menschen und es war wirklich surreal, weil ich die Heimkehr einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben durfte.“ Und weiter: „Es ist das erste Mal, dass ich mit dieser Art von Anklang oder diesem Ausmaß an – ich schätze mal – Ruhm nach Hause zurückgekehrt bin“, erzählte Eala.
Nicht nur in ihrer Heimat, sondern auch in New York ist der Support für die 21-Jährige groß. In den Stadien sind viele philippinische Flaggen auf den Zuschauertribünen zu sehen – aktuell ist Eala eine der populärsten Spielerinnen der WTA-Tour.
Training auf der öffentlichen Bühne
Ein steigender Bekanntheitsgrad geht mit gewissen Veränderungen einher. Eine Herausforderung sei dabei das Training in der Öffentlichkeit, wie sie Forbes erzählte: „Natürlich bringt alles seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich und eine Sache, an die ich mich erst gewöhnen musste, ist, dass im Grunde alles, was ich tue, sozusagen im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht – alle Trainingseinheiten sind für die Öffentlichkeit zugänglich.“ Ihre Privatsphäre sei eingeschränkter als zuvor.
Nicht nur bei ihren Matches, sondern auch bei ihren Trainingseinheiten zieht Eala zahlreiche Zuschauer an. Diesbezüglich sagte sie: „Vor allem das Training war etwas, an das ich mich nur schwer gewöhnen oder anpassen konnte, denn ich habe mich immer wohl dabei gefühlt, vor Publikum Matches zu bestreiten, weil ich dann konzentriert und fokussiert bin.“ Anders sei dies beim Training:„Aber wenn ich trainiere, ist das für mich eine Zeit, in der ich mich verletzlich zeigen und an meinen Schwächen arbeiten muss – es ist ein Ort, an dem ich mich weiterentwickle. Das war also etwas, woran ich mich erst gewöhnen musste“, gestand die 21-Jährige.
Trotz junger Jahre, zeigt sich Eala sehr reflektiert: „Mir ist bewusst, welche Verantwortung ich trage, wenn ich auf dem Platz stehe und ich weiß, wer zu mir aufschaut und wofür ich stehe“, sagte sie. Die Erfahrung, die Philippinen zu repräsentieren, motiviere sie dazu, die beste Version ihrer selbst zu sein.
Eala „Ich wollte nicht akzeptieren, dass ich berühmt werde“
Gegenüber dem Wirtschafts-Magazin räumte Eala ein: „Als ich zum ersten Mal richtig durchstartete, war es in diesem Ausmaß schwierig. Ich wollte nicht wirklich akzeptieren, dass ich berühmt werde, weil ich nicht wollte, dass mir das zu Kopf steigt und sich auf mein Tennis oder meinen Alltag auswirkt, aber ich musste akzeptieren, dass es zum Job gehört, dass es Teil meines Lebens ist und dass es eine positive Erfahrung ist – sobald ich diese Einstellung in meinen Umgang mit bestimmten Situationen und einfach in meinen Alltag integriert hatte, wurde es viel besser.“
Trotz steigendem Ruhm scheint es für Eala wichtig zu sein, auf dem Boden zu bleiben. Die 21-Jährige sagte: „Wenn man ein gutes Gleichgewicht zwischen Selbstvertrauen und Bescheidenheit hat, dann kann man sowohl ein starker Konkurrent, als auch ein guter Mensch sein – und genau das möchte ich letztendlich sein: ein starker Konkurrent und ein guter Mensch.“
Night Session auf der größten Tennis-Bühne der Welt
Zu Beginn des Forbes-Interviews sagte Eala: „Als ich als Kind trainierte oder an Turnieren teilnahm, sagten mir mein Großvater und mein Vater immer, ich solle mir vorstellen, in solchen Umgebungen zu spielen – wie bei den Grand Slam-Turnieren, an denen ich jetzt teilnehme. Es ist wirklich surreal, das nun tatsächlich zu erleben, weil ich mir das schon so lange vorgestellt habe.“
Die ersten beiden Matches bestritt Eala im Louis Armstrong Stadium. Erstmals in ihrer Karriere zieht die 21-Jährige in die dritte Runde in Flushing Meadows ein. In Runde drei wird sie dann in der Nightsession von Samstag auf Sonntag auf der größten Tennis-Bühne der Welt, dem Arthur Ashe Stadium, auf die US-Amerikanerin Iva Jovic (aktuell Rang 14) treffen.
Text: Anna-Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
