Entgegen ersten Informationen der ATP kann Alexander Zverev trotz seiner Halbfinalniederlage in Shanghai bereits beim Turnier in Wien die Nummer eins werden.
Eigentlich war die Sache klar: Alexander Zverev benötigte beim Masters-Turnier in Shanghai mindestens die Finalteilnahme, um dann beim Turnier in Wien die Nummer eins werden zu können. So gab es auch die ATP an. Nach der Halbfinalniederlage in Shanghai gegen Alejandro Davidovich Fokina schien sich Zverevs Übernahme der Weltranglistenführung um mindestens eine Woche zu verschieben.
Zverev und die Nummer 1: Die ATP korrigiert sich
Doch nun die Korrektur: Zverev kann bereits nach dem Turnier in Wien, also am 2. November, erstmals auf Platz eins im ATP-Ranking stehen. Der Grund: Wien (ab 26. Oktober) und das darauffolgende Masters-Turnier in Paris (ab 2. November) fanden im Vorjahr bereits eine Woche vorher statt. Bedeutet: Die Punkte aus diesen beiden Turnieren aus dem Vorjahr fallen bereits vor dem jeweiligen Turnierstart aus der Wertung.
In der Regel werden die Punkte aus dem Vorjahr mit den erzielten Punkten bei dem aktuellen Turnier ersetzt. Dies ist aufgrund der Verschiebung im Turnierkalender in diesem Jahr bei einigen Turnieren nicht der Fall. Zverev kann von dieser Regelung profitieren. In Wien braucht der Deutsche den Einzug ins Viertelfinale, um Sinner in der Weltrangliste zu überholen.
Verzichtet Zverev auf Wien? „Eine Pause ist jetzt dringend notwendig”
Sollte Zverev tatsächlich das Viertelfinale in Wien erreichen und dann verlieren, dann wäre er mit Sinner punktgleich. Allerdings würde er die neue Nummer eins sein, weil er zehn Punkte mehr aus Grand-Slam-Turnieren, Masters-Turnieren und ATP Finals gesammelt hat (8360 Punkte Zverev, 8350 Punkte Sinner).
Hinter Zverevs Start in Wien steht jedoch noch ein kleines Fragezeichen. „Ich bin kein Roboter, ich bin ein Mensch, ich werde eben müde. Nach den US Open hatte ich insgesamt nur einen einzigen freien Tag. Ich habe sehr viel Tennis gespielt, was eigentlich sehr positiv ist, denn es bedeutet ja, dass ich gut gespielt habe. Ich denke, eine Pause ist jetzt dringend notwendig“, gab er nach seiner Niederlage in Shanghai an.
Was für Zverevs Start spricht: zum einen die Aussicht, mit zwei Siegen die Nummer eins zu werden, zum anderen, dass er in seiner Karriere nur im absoluten Ausnahmefall auf geplante Turnierstarts verzichtet hat. Außerdem könnte Zverev dank Ausnahmeregelung erst am 28. Oktober ins Turnier eingreifen. Mit einem weiteren Sieg am 29. Oktober könnte er dann die Nummer eins endgültig fixieren.
