tennis MAGAZIN stellt sechs Doppel vor, die im Davis Cup besonders glänzten. Die Deutschen Kevin Krawietz und Tim Pütz gehören dazu.
Das Doppel stellt traditionell die Weichen für den Erfolg im Davis Cup. Wir haben eine Liste mit Doppeln zusammengestellt, die im Einsatz für ihr Heimatland besonders über sich hinausgewachsen sind. Natürlich sind Kevin Krawietz und Tim Pütz mit dabei!
Kevin Krawietz & Tim Pütz (Deutschland)
Bilanz: 18:2
Als Kevin Krawietz und Tim Pütz die kroatischen Olympiasieger Nikola Mektic und Mate Pavic besiegten, sprach Krawietz hinterher von „dem besten Davis-Cup-Doppel, das wir jemals gespielt haben.“ Die beiden Deutschen laufen im Davis Cup stets zur Hochform auf. „Wir kennen uns extrem gut, sowohl auf als auch neben dem Platz. Kevin bringt mit seiner Athletik und der Vorhand unglaubliche Dynamik rein. Wenn es eng wird, wissen wir genau, wie der andere reagiert – das bringt im Davis Cup die nötige Ruhe“, sagte Pütz ihre gemeinsame Stärke.
Noch beeindruckender: Krawietz hat eine Gesamtbilanz im Davis Cup-Doppel von 21:2, Pütz steht sogar bei 23:2. Als Team kommen sie auf 18:2 Siege. „Wenn du für dein Land auf dem Platz stehst, setzt das noch einmal andere Prozentpunkte frei. Man pusht sich gegenseitig ganz anders auf der Bank, und die Motivation ist in jeder Sekunde extrem hoch“, sagte Krawietz über das Besondere am Davis Cup.
Tomas Berdych & Radek Stepanek (Tschechien)
Bilanz: 16:2
Berdych und Stepanek holten 2012 und 2013 nahezu im Alleingang den Davis-Cup-Titel nach Tschechien und schlugen dabei hochkarätige Doppel. Die anderen Teammitglieder kamen nur dann zum Einsatz, als die Partien bereits entschieden waren. Stepanek galt am Netz und strategisch als extrem variabel, während Berdych von der Grundlinie enorme Durchschlagskraft mit Aufschlag und Vorhand mitbrachte. „Ich habe den besten Partner der Welt. Wir haben eine großartige Chemie untereinander und halten uns immer gegenseitig den Rücken frei“, sagte Stepanek über die Partnerschaft.
Guy Forget & Henri Leconte (Frankreich)
Bilanz: 11:0
Forget und Leconte bildeten nicht nur das erfolgreichste Doppel aus Frankreich, sondern auch eines der besten Davis Cup-Doppel der Geschichte – die beiden verloren nämlich kein Match. Forget und Leconte feierten ihren größten Sieg im Davis-Cup-Finale 1991, als sie als Zwei-Mann-Team nach 59 Jahren Titeldürre die „hässlichste Salatschüssel der Welt“ wieder nach Frankreich holten. Im Finale gegen die USA besiegten sie das Top-Doppel Ken Flach und Robert Seguso und brachten Frankreich auf die Siegerstraße. „Im Doppel haben wir uns blind verstanden – seine Spontanität und mein eher strukturierter Stil haben sich perfekt ergänzt“, sagte Forget.
Peter Fleming & John McEnroe (USA)
Bilanz: 14:1
„Das beste Doppel der Welt ist John McEnroe und irgendwer sonst.“ So antwortete Peter Fleming auf die Frage, wer denn das weltbeste Doppel bilden würde. Fleming und McEnroe waren 1979, 1981 und 1982 an den Davis-Cup-Triumphen der USA beteiligt. Nur eines ihrer 15 Doppelmatches verloren die beiden – ausgerechnet das letzte gemeinsame Doppel im Finale 1984 in Schweden gegen Stefan Edberg und Anders Järryd. „Peter war der perfekte Partner für mich. Er hatte einen riesigen Aufschlag, eine enorme Reichweite am Netz und hat mir das Feld extrem einfach gemacht. Aber was im Davis Cup noch wichtiger war: Er hat den Druck von mir genommen. Wenn du am Wochenende drei Matches spielst, brauchst du jemanden an deiner Seite, dem du blind vertrauen kannst“, sagte McEnroe.
Jonas Björkman & Nicklas Kulti (Schweden)
Bilanz: 10:2
Zwischen 1996 und 1998 standen Jonas Björkman und Nicklas Kulti mit Schweden dreimal in Folge im Finale im Davis Cup. 1997 und 1998 blieben die beiden ungeschlagen und hatten maßgeblichen Anteil an den bislang letzten schwedischen Davis-Cup-Titeln. „Mit Nicklas auf dem Platz wusste ich immer ganz genau, was mich erwartet – kein Schnickschnack, absolute Verlässlichkeit. Das schwedische System hat uns von klein auf beigebracht, wie man als Team am Netz funktioniert“, sagte Björkman. „Wenn wir das Gelb-Blaue Trikot überstreiften, haben wir als Doppel oft über unserem eigentlichen Niveau gespielt“, ergänzte Kulti.
Mahesh Bhupathi & Leander Paes (Indien)
Bilanz: 25:2
Der „Indian Express“ hat in seinem Heimatland Heldenstatus erlangt. Mahesh Bhupathi und Leander Paes haben in ihrer gemeinsamen Doppelpartnerschaft auf der ATP-Tour eine bewegende Geschichte hinter sich – viele Titel und Streitereien inklusive. Im Davis Cup war auf die beiden trotz Differenzen immer Verlass. Nach einem 1:2-Start gewannen sie 24 Doppel in Folge, wobei viele ihrer Siege nicht in der Weltgruppe waren.
„Wenn wir das indische Trikot anziehen, gab es für mich keine Grenzen mehr. Mahesh und ich hatten diesen sechsten Sinn füreinander. Auf dem Platz reichte ein Blick, um genau zu wissen, wo der andere steht. Für unser Land zu spielen, hat das Allerbeste aus uns herausgeholt“, sagte Paes. „Wir haben damals im Doppel eine von den westlichen Nationen dominierte Sportart erobert. Die Davis-Cup-Siegesserie von 24 ungeschlagenen Matches gehört zu den stolzesten Errungenschaften unserer Karriere. Es war ein absoluter Höhepunkt für das indische Tennis“, sagte Bhupathi.
