Eva Lys beendet ihre Saison 2026. In einem Instagram-Statement teilte sie die Gründe für das verfrühte Saison-Ende mit. Außerdem richtet sie sich mit einer Botschaft an ihre Kritiker.
Für Eva Lys verlief die Saison 2026 nicht nach Plan. Bei keinem Turnier schaffte sie es über die zweite Runde hinaus. Von 27 Matches konnte sie lediglich acht für sich entscheiden.
Lys: „Es war eines der härtesten Jahre“
In einem Statement auf Instagram (@eva.lys) teilte Lys mit, dass sie die laufende Saison vorzeitig beenden wird, um sich auf ihre physische und mentale Gesundheit zu fokussieren. „Es war eines der härtesten Jahre meines Lebens auf und neben dem Platz“, schrieb Lys auf ihrem Social Media-Kanal.
„Nach allem, was im letzten Jahr passiert ist, bin ich mit hohen Erwartungen, großen Zielen und voller Vorfreude in diese Saison gestartet“, erklärte Lys, die zu Saisonbeginn in den Top 40 stand. Im Januar diesen Jahres erreichte sie ihr bisher höchstes Ranking: Nummer 39 der Welt. Aktuell steht sie auf Rang 136.
Durchbruchs-Saison 2025
2025 feierte die Hamburgerin ihren Durchbruch. Bei den Australian Open endete ihre ursprüngliche Reise in der letzten Qualifikationsrunde. Als Lucky Loser rückte sie ins Hauptfeld nach und legte einen erfolgreichen Lauf in Melbourne hin und erreichte das Achtelfinale, in welchem sie sich der Polin Iga Swiatek geschlagen geben musste. Erstmals schaffte sie den Sprung unter die Top 100.
Bei den China-Open 2025 erreichte sie ihr erstes WTA-1000-Viertelfinale, in welchem sie sich der US-Amerikanerin Coco Gauff geschlagen geben musste. Kurz zuvor hatte sie in Runde drei die jetzige Weltranglistenerste Elena Rybakina besiegt und verzeichnete damit ihren ersten Top Ten-Win.
In dieser Saison gelang es der 24-Jährigen nicht, an die Erfolge anzuknüpfen. „Manchmal laufen die Dinge nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Es war frustrierend, anstrengend und schwer zu akzeptieren, wenn man so hart für etwas arbeitet und der Körper und der Kopf nicht mitspielen“, führte Lys ihr Statement fort und fasste zusammen: „Dieses Jahr verlief nicht so, wie ich es mir gewünscht hatte, aber das ändert nichts daran, wozu ich fähig bin.“
2024 machte Lys ihre rheumatische Autoimmunerkrankung (Spondyloarthritis) öffentlich. Der Umgang mit dieser sei in diesem Jahr besonders schwer zu bewältigen gewesen. „Nach über sechs Jahren haben wir beschlossen, einen großen Schritt zu gehen und meine Behandlung umzustellen. Das ist eine große Umstellung, die Zeit brauchen wird, aber ich bin zuversichtlich, dass es ein Schritt in die richtige Richtung ist“, erklärte Lys in ihrem Statement.
Lys: „Man weiß nie, was hinter den Kulissen passiert.“
Online schlug Lys, besonders in den letzten Monaten, viel Kritik entgegen. Oftmals auch Hass. „Wenn es eine Sache gibt, die ich aus diesem Jahr mitnehmen möchte, dann ist es, dass schon ein bisschen Freundlichkeit viel bewirken kann“, teilte die Hamburgerin mit ukrainischen Wurzeln. Ihr Apell: „Seid freundlich, macht euer Ding und verurteilt andere nicht zu schnell. Man weiß nie, was hinter den Kulissen vor sich geht.“
Unterstützung erhielt Lys bereits vor Veröffentlichung ihres Statements von Elena-Gabriela Ruse, gegen die sie ihr Erstrundenmatch bei den Korea Open verlor. Die Rumänin machte im Anschluss des Matches via Instagram-Story (@gabrielaruse) darauf aufmerksam, dass Spieler unabhängig vom Ergebnis, Respekt verdienen würden. „Man muss nicht jeden Spieler mögen. Man muss nicht mit jedem Ergebnis einverstanden sein. Aber man kann sich dafür entscheiden, respektvoll zu sein“, schrieb Ruse.
Lys wird erst in der Saison 2027 zurück auf den Platz kehren. Das Ende ihres Statements: „Im Moment nehme ich mir die Zeit, die ich brauche, um wieder gesund zu werden. Ich freue mich auf 2027 und alles, was das Jahr mit sich bringt.“
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an IU-Akademie.
