Elena Rybakina gewinnt die US-Open. In drei Sätzen setzt sie sich mit 6:4, 5:7 und 6:2 gegen die zweifache Titelverteidigerin Aryna Sabalenka durch.
Elena Rybakina feierte im Arthur Ashe-Stadium in New York ihren ersten US Open-Sieg. Mit ihrem Einzug ins Halbfinale in Flushing Meadows hatte sie sich bereits die Position an Nummer eins der Weltrangliste gesichert. In der Nacht von Samstag auf Sonntag (deutscher Zeit) kam dann der krönende Abschluss: Die 27-Jährige besiegte Aryna Sabalenka und löste sie somit nicht nur als Nummer eins, sondern auch als amtierende US Open-Siegerin ab. Überreicht wurde die Trophäe von Maria Sharapova, die zwanzig Jahre zuvor im Big Apple triumphiert hatte.
Im ersten Satz schaffte Rybakina früh das Break und konnte sich den ersten Durchgang mit 6:4 sichern. Mit ihren kraftvollen Grundschlägen, die sie präzise kurz vor die Grundlinie platzierte, ging die Kasachin in Führung. Sabalenka kehrte in Satz zwei fokussierter auf den Court zurück und entschied den Durchgang für sich. Beim Stand von 6:4, 5:7 aus Sicht von Rybakina ging es in den entscheidenden dritten Satz zwischen der Nummer eins und zwei der Welt. Auch hier schaffte die Kasachin das frühe Break, ging mit einem weiteren Break mit 5:2 in Führung und entschied Satz drei für sich. Endstand: 6:4, 5:7 und 6:2
Sabalenka und Rybakina: Feuer und Eis
Besonders in Satz drei wurde auffällig: Unterschiedlicher könnten die Persönlichkeiten beider Spielerinnen nicht sein. Immer wieder kam der Vergleich auf: Die beiden seien wie Feuer und Eis. Während Sabalenka ihren Emotionen teilweise freien Lauf ließ, war Rybakina, zumindest äußerlich, die Ruhe in Person und gab keine Einblicke in ihre Gefühlswelt. Nervosität merkte man ihr dann doch an, als sich in den entscheidenden Momenten Doppelfehler einschlichen, so auch beim ersten Matchball. Schlussendlich verwandelte sie ihren zweiten Matchball dann mit einem Ass und macht ihrem Namen als „Ace Queen“ alle Ehre.
Rybakina ist somit dreifacher Grand Slam-Champion. 2022 gewann sie ihren ersten Titel in Wimbledon. Ihr zweiter Triumph folgte in diesem Jahr bei den Australian Open. Im Finale in Melbourne setzte sie sich ebenfalls gegen Sabalenka in drei Sätzen durch. Tennis-Fans im Netz sind begeistert von der entstandenen Rivalität zwischen Rybakina und Sabalenka.
Rybakina: „Schwer, die richtigen Worte zu finden“
Später beschrieb Rybakina ihren Sieg: „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Es fällt mir immer noch schwer zu begreifen, was alles passiert ist – in diesen wenigen Wochen habe ich so viel erreicht. Ich bin überglücklich und sehr stolz auf all die Arbeit. Es ist einfach unglaublich. Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, aber ich bin überglücklich.“
Am Montag wird es dann offiziell: Elena Rybakina wird zum ersten Mal in ihrer Karriere die Nummer eins der Welt. Die frischgebackene US Open-Siegerin sagte dazu: „Es wird ein ganz anderes Gefühl sein, aufzuwachen und zu wissen, dass man gerade die US Open gewonnen hat und die Nummer eins der Weltrangliste geworden ist. Es ist eine Erleichterung, weil man in den letzten zwei, drei Wochen all diese Routinen eingehalten hat. Es ist viel Arbeit und auch sehr nervenaufreibend, deshalb glaube ich, dass es ein unglaubliches Gefühl sein wird, zu wissen, dass man so große Erfolge erreicht hat.“
Alle Grand Slam-Siege hätten ihre eigenen Herausforderungen mit sich gebracht. Vor Turnierstart in New York war Rybakina durch eine Verletzung am Fuß mit Genesung, Behandlungen und Regeneration beschäftigt gewesen, nachdem sie in Cincinnati verletzungsbedingt im Viertelfinale gegen Iga Swiatek aufgeben musste. Auch die Nervösität bei den US Open um das Nummer eins-Ranking zu spielen, sei eine Herausforderung gewesen.
Durch die gemeisterten Hürden, ein gewonnenes Finale im größten Tennis-Stadium der Welt und der neuen Position an Nummer eins zeigte Rybakina ihre bisherige Bestleistung in New York. Vor zehn Jahren kam sie erstmals als Juniorin nach Flushing Meadows. „Aus irgendeinem Grund habe ich in New York in den letzten Jahren nicht mein bestes Tennis gespielt, aber das hat sich jetzt geändert und ich hoffe, dass ich, wenn ich nächstes Jahr zurückkomme, wieder bis zum Ende dabei sein werde.“
Zunächst sei ihr Plan, mit ihren Freunden und ihrem Team den Sieg zu feiern.
Text: Anna Sophia Antic. Sie studiert Journalismus an der IU-Akademie.
